Herzogenrath - Gekommen, um länger zu bleiben

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Gekommen, um länger zu bleiben

Von: Holger Richter
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Friedhelm Funkel (Mitte) bring
Friedhelm Funkel (Mitte) bringt nicht nur die Moderatoren Bernd Büttgens (links) und Achim Kaiser zum Lachen. Auch das Publikum im Sportpark Kohlscheid ist angetan vom souveränen, sympathischen und verbindlichen Premierenauftritt des neuen Alemannia-Trainers bei „Time 2 Talk”. Foto: Martin Ratajczak

Herzogenrath. Friedhelm Funkel hat die Ruhe weg. Und so erklärte er bei seiner Premiere als Gast bei „Time 2 Talk”, dass er sich trotz seiner turbulenten Anfangszeit als Trainer bei Alemannia Aachen nicht den Schlaf rauben lasse.

„Nachts schlafe ich lieber, als über Fußball nachzudenken”, antwortete der 57-jährige Fußballlehrer auf eine entsprechende Frage der Moderatoren Achim Kaiser und Bernd Büttgens. Auch nach dem 2:2 am Sonntag gegen 1860 München habe er allenfalls noch auf der Fahrt ins heimische Neuss an das spektakuläre Spiel gedacht, „doch zu Hause habe ich das getan, was jeder Deutsche sonntagabends daheim tut, ich habe Tatort geguckt”, sagte Funkel, „der war aber sch...”

Auf Erfahrung wird Wert gelegt

Souverän, sympathisch, verbindlich präsentierte sich der neue Aachener Coach bei seinem ersten Auftritt bei der Alemannia-Gesprächsrunde der „Nachrichten” den vielen Zuschauern im Sportpark Kohlscheid in Herzogenrath. Mitgebracht hatte er mit Benjamin Auer, Sergiu Radu und Aimen Demai drei seiner erfahrensten Spieler. Denn auf Erfahrung wird bei der Alemannia wieder großen Wert gelegt, seit Funkel Ende September das Traineramt beim Aachener Fußball-Zweitligisten von Peter Hyballa übernommen hat. „Ich habe nichts gegen junge Spieler”, stellte Funkel zwar fest, „aber die richtige Mischung aus Erfahrung und Jugend ist wichtig.” Und Spieler wie Auer, Radu oder Demai hätten zuletzt wesentlich dazu beigetragen, „dass wir stabiler aufgetreten sind”, so Funkel.

Natürlich befragte das Moderatoren-Duo Büttgens/Kaiser auch die Profis nach ihrer Meinung zum Trainerwechsel am Tivoli: „Funkel und Hyballa sind wie Nordpol und Südpol”, antwortete Benjamin Auer, „sie sind ganz verschiedene Typen.” Funkel bringe Ruhe rein, habe Erfahrung, stelle die Mannschaft optimal ein, während der junge, dynamische Peter Hyballa „so viel wie möglich auf einmal machen wollte”, beschrieb der Mannschaftskapitän: „Bei ihm hat jede Trainingseinheit zwei Stunden gedauert”, was mitunter dazu geführt habe, dass die Spieler müde ins Spiel gegangen seien.

Noch nicht mal müde, sondern überhaupt nicht, durfte Aimen Demai unter Hyballa ins Spiel gehen, denn Hyballa hatte den Franzosen suspendiert. „Ich habe nicht damit gerechnet, noch mal für Aachen spielen zu dürfen, aber gehofft habe ich das natürlich schon”, erinnerte sich Demai. Zwischenzeitlich stand er sogar schon vor einem Wechsel zum FC Metz. „Doch das hat sich zerschlagen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich in Aachen geblieben bin”, sagte er unter dem Applaus des Publikums.

Viel Beifall hat auch Sergiu Radu am vergangenen Sonntag geerntet - und zwar für sein Tor per Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 1:1. „Natürlich war das ein schönes Tor”, räumte der Rumäne bescheiden ein, „aber letztlich ist es egal, ob das Tor schön ist oder nicht, wichtig ist derzeit nur, dass der Ball drin ist.” Ein dickes Lob bekam Radu auch von seinem Sturmpartner Auer: „Es ist sehr schön, mit Sergiu zusammenzuspielen. Er macht ja viele Wege, das hilft mir ungemein”, sagte er mit Blick auf seine eigenen läuferischen Qualitäten mit einem Augenzwinkern.

Friedhelm Funkel jedenfalls ist von den Qualitäten von Auer, Radu und Co. überzeugt. Daher geht er fest davon aus, „dass wir in der Rückserie wesentlich mehr Punkte holen als in der Hinrunde”. Damit sollte dann auch der Klassenerhalt gelingen. „Anschließend würde ich gerne mit den bescheidenen Möglichkeiten, die die Alemannia hat, eine Mannschaft aufbauen, die auch wieder die einstelligen Tabellenplätze anpeilen kann.” Denn nach Aachen sei er gekommen, um durchaus länger zu bleiben, denn: „In welcher Stadt gibt es das schon, dass zu einem Verein mit 13 Punkten 17.000 Zuschauer kommen?”

Funkel hofft auf Unterstützung durch die Stadt

Natürlich war auch die finanzielle Situation der Alemannia Thema bei „Time 2 Talk”.

Die Moderatoren Bernd Büttgens und Achim Kaiser berichteten dem Publikum von einem Gespräch, das die beiden mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp geführt haben. Dort habe der OB sein Kommen für die nächste Ausgabe von „Time 2 Talk” zugesagt, um die städtischen Möglichkeiten, die Alemannia zu unterstützen, vorzustellen.

Trainer Friedhelm Funkel sagte dazu: „Ich hoffe, dass eine Unterstützung seitens der Stadt kommt, denn die Alemannia ist über das ganze Jahr hinweg der beste Werbeträger für Aachen.

Die nächste Alemannia-Gesprächsrunde der „Nachrichten” findet voraussichtlich Anfang Februar des kommenden Jahres statt.

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