St. Goarshausen - Gekenterter Tanker enthält explosives Gas

Gekenterter Tanker enthält explosives Gas

Von: dapd
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Tankschiff gekentert - Explosionsgefahr
Bergungskräfte schneiden mit einem Hochdruck-Wasserstrahl weitere Öffnungen in die Bordwand des auf dem Rhein auf Höhe des Loreleyfelsens gekenterten Schwefelsäure-Tankschiffs Waldhof. Foto: dpa

St. Goarshausen. In einem Säuretank des auf dem Rhein gekenterten Chemietankers „Waldhof” haben Experten explosives Wasserstoffgas nachgewiesen. Erste Ergebnisse hätten gezeigt, dass sich Flusswasser in einem der sieben Tanks des Schiffes befinde, dies habe in Verbindung mit der geladenen Schwefelsäure zur Bildung des Gases geführt, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) am Donnerstag auf dapd-Anfrage.

Es bestehe jedoch keine akute Explosionsgefahr. Nur bei einer Kollision mit dem Havaristen oder bei einem Funkenschlag unmittelbar im Tank könne es gefährlich werden. Zu einer Probe aus einem weiteren Tank liegt zurzeit noch kein Ergebnis vor. Bei einer am Mittwoch stromabwärts bei Boppard gefundenen Wasserleiche handelt es sich nach Angaben der Einsatzleitung nicht um eines der zwei vermissten Besatzungsmitglieder.

Am Schiff wurde am Donnerstag das Einleiten von Stickstoff vorbereitet. Durch das Zuführen des wesentlich dichteren Gases solle der Wasserstoff aus dem betroffenen Tank „verdrängt” werden, sagte der Sprecher. Zugleich sollen der Einsatzleitung zufolge am Donnerstag und Freitag Proben aus den fünf restlichen Tanks entnommen werden. Untersucht wird neben der Explosionsgefahr durch Wasserstoff, ob die Säure durch Kontakt mit Flusswasser möglicherweise zu aggressiv für ein späteres Abpumpen geworden ist.

Sperrungen auf Rhein, Straßen und Schienen

Während des Anbohrens der Tanks am Freitag soll weiter die rechtsrheinische Schienentrasse ab etwa 14.00 Uhr gesperrt werden. Betroffen sind erneut Verbindungen der Deutschen Bahn und des Regionalbahnbetreibers VIAS. Auch die Bundesstraßen 9 (ab 13 Uhr) und 42 (ab 12 Uhr) sollen am Freitagmittag wieder voll gesperrt werden.

Am Freitagmorgen ab etwa 8 Uhr soll die Schifffahrt stromaufwärts wieder für rund fünf Stunden freigegeben werden. Die festliegenden Schiffe, die sich in der Gegenrichtung stauen, werden vom Wasser- und Schifffahrtsamt erfasst.

Infotelefon für Rheinschifffahrt

Zu diesem Zweck war am Mittwochabend ein Fragebogen herausgegeben worden, in denen technische Daten über die einzelnen Schiffe und ihre Ladung gesammelt werden. Unter anderem anhand dieser Daten soll dann bei einer möglichen Freigabe über die Reihenfolge entschieden werden, in der die Schiffe in dieser Richtung vorbeigelotst werden können. Über eine solche Freigabe wird das WSA nach eigenen Angaben jedoch erst nach dem Beseitigen jeglicher von dem Wrack ausgehender Gefahren entscheiden. Für die Rheinschiffer wurde ein Infotelefon eingerichtet, die Nummern wurden auf der Internetseite des WSA (http://wsa-bingen.wsv.de) veröffentlicht.
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