Geiselnehmerin muss zweieinhalb Jahre in Haft

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Aachen. Eine Frau, die in einer Arbeitsagentur einen leitenden Mitarbeiter zwei Stunden lang als Geisel festgehalten hatte, ist am Mittwoch vom Amtsgericht Aachen zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Die 47- Jährige habe den Mann mit einer - defekten - Luftdruckpistole bedroht und Sozialhilfeleistungen oder Essensmarken eingefordert, hieß es im Urteil. Die Behörde hatte die Zahlungen an die Frau einen Monat zuvor wegen Verdachts des Leistungsmissbrauchs gestoppt. Zum Zeitpunkt der Tat stand die Frau unter Einfluss von Kokain und war vermindert schuldfähig.

Vor Gericht gab sie an, kein Geld mehr gehabt zu haben, um ihre beiden Kinder zu ernähren. Sie habe in einer schweren finanziellen, persönlichen und emotionalen Krise gesteckt.

Bei ihrem unangekündigten Besuch in der Arbeitsagentur war es zwischen ihr und dem leitenden Mitarbeiter zu einem Streit gekommen. Dabei trat die Frau den Mann. Dann schloss sie die Bürotüre von innen ab, steckte den Schlüssel ein, richtete die Waffe auf ihn und schlug damit auch nach ihm.

Dennoch bekam sie von dem Mitarbeiter nichts. Nach zwei Stunden gab sie auf, wurde festgenommen und verbrachte zwei Monate in Untersuchungshaft. Das Gebäude und umliegende Straßen wurden während des Vorfalls von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gesichert. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Tat dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung eineinhalb Jahre auf Bewährung.
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