Aachen - Geiselgangster Rösner hatte Ausgang in der Städteregion

Geiselgangster Rösner hatte Ausgang in der Städteregion

Von: Angela Delonge
Letzte Aktualisierung:
Rösner
Entführer Hans-Jürgen Rösner gibt am 17. Aachen 1988 während der Irrfahrt im Fluchtwagen dem Reporter Peter Wüst bei Bremen ein Interview. Rösner sitzt weiterhin in der JVA Aachen ein. Foto: Thomas Wattenberg/dpa

Aachen. Der in der JVA Aachen einsitzende, zu lebenslanger Haft verurteilte, Gladbecker Geiselgangster Hans-Jürgen Rösner ist am Mittwoch in Begleitung von drei Justizvollzugsbeamten in der Städteregion Aachen ausgeführt worden. Das bestätigte JVA-Leiterin Reina Blikslager gegenüber unserer Zeitung.

Zudem wird der 60-Jährige im November eine Therapie beginnen, sagte Blikslager. Eine zeitliche Prognose für den Übergang Rösners in den offenen Vollzug wollte sie jedoch nicht abgeben. „Das wäre völlig unseriös“, sagte sie.

Rösner und die Beamten seien am Mittwoch in einer Stadt in der Nähe von Aachen unterwegs gewesen, sagte Blisklager. Die Ausführung habe etwa vier Stunden gedauert. Rösner habe in einem Supermarkt CDs eingekauft und an einer „Pommesbude“ etwas gegessen.

Für Rösner, der seit vier Jahren in der JVA Aachen einsitzt, war es die zweite Ausführung, die ihm gewährt wurde. Die erste hatte im Oktober 2015 in Eschweiler stattgefunden. Wenige Tage danach hatte Rösner eine angeordnete Urinprobe für einen Drogentest verweigert und die laufende Gesprächsreihe mit dem Anstaltspsychologen abgebrochen. Sein Antrag auf eine weitere Ausführung im folgenden Jahr war deshalb abgelehnt worden. Gegen diese Entscheidung hatte Rösner Beschwerde eingelegt, weil eine Urinprobe mit „Verletzungen der höchstpersönlichen Intimsphäre“ einhergehe.

Ausführungen gehören zu den Haftlockerungen, die das Gesetz für Langzeitgefangene vorsieht. Sie sollen dem Erhalt der Lebenstüchtigkeit dienen und auf eine mögliche Entlassung vorbereiten.

Zusammen mit Dieter Degowski, der in den kommenden Monaten aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Werl entlassen werden soll, hatte Rösner am 16. August 1988 eine Bankfiliale in Gladbeck ausgeraubt. Sie nahmen Geiseln und flüchteten durch NRW, Niedersachsen, Bremen und die Niederlande. Degowski erschoss den 15-jährigen Emanuele De Giorgi, aus Rösners Waffe soll der tödliche Schuss auf Silke Bischoff abgefeuert worden sein.

Auch der 61-jährige Rösner, der in der JVA Aachen im Trakt für Häftlinge mit Sicherungsverwahrung sitzt, hofft auf vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Rösner sich in der Haft einer Therapie unterzieht.

Noch 2016 hatte hatte Rösner dies vehement abgelehnt. Er sei ein normaler Mensch und brauche keine psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe, hatte er sogar oftmals getönt. Inzwischen hat bei Rösner jedoch ein Umdenken eingesetzt. Er nimmt schon seit einiger Zeit wieder an der Gesprächsreihe mit dem Anstaltspsychologen teil.

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