Gegensätze ziehen an: Karos und Nappa im nächsten Winter

Von: Ulrike Hofsähs, dpa
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Auch so soll´s werden: Düsseldorf zeigt die nächste Wintermode. Foto: ddp

Düsseldorf. In schwierigen Zeiten bietet die Mode auch eine wehrhafte Linie für die Damenwelt: Der nächste Winter bringt Nappa, breite Schultern, Glitzer und Glamour.

Eine Mischung aus Bürgerschreck und Punk macht diesen, für nicht mehr ganz junge Frauen konzipierten rebellischen Look aus. Die dahinter stehende Botschaft bringt Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut auf den Punkt: „Ich halte mit, bin cool.”

Allerdings hat die Mode im kommenden Winter ein ganzes Füllhorn mit weiteren Trends zu bieten. Auf der Damenmodemesse CPD in Düsseldorf präsentieren bis zum 9. Februar 500 Aussteller mit rund 1000 Kollektionen trendige Herbst- und Winterkleidung der Saison 2010/11. Ein Schwerpunkt der nur für Fachbesucher geöffneten Messe ist Mode für große Größen.

Einen Gegenentwurf zur rebellischen Ausstrahlung von Nappa und Lack setzen weiche Stoffe, bunte Muster und viel Strick. „Mehr Gegensatz geht nicht” urteilte das Mode-Institut über die Kleiderwelten in der nächsten kalten Jahreszeit.

Eine eher natürliche Richtung bringen Muster mit Blumen, Karos und Streifen. Mützen, Pelzwesten, folkloristische Schuhe und auch mal aufgepeppte Gummistiefel werden zu einem Stilmix verschmolzen.

Dass das nicht immer ganz zueinander zu passen scheint, ist gewollt. Für den feineren Look kommt der Hosenanzug, auch Kleider und Tuniken sind dabei, und der Blazer wächst sich zu neuer Länge aus.

Ob folkloristisch oder fein, die Experten meinen, zwei Modetrends bleiben im nächsten Winter bestehen: Unten ist es immer schmal, die Mäntel bleiben kurz. „So klar und eindeutig haben wir es lange nicht gehabt”, resümiert Modeexpertin Elke Giese.

Kürzere Kleider und Leggins sind die Zutaten. Auch für vollschlanke Frauen ist diese Linie gedacht. „Sie lieben es, wenn es unten schmal ist”, meint Giese.

Die „Biggies” spielen eine besondere Rolle auf der Damenmodemesse CPD. Erstmals füllen Umstandsmode und „große Größen” fast eine ganze Halle. Viele Aussteller sind auf Maxi-Größen spezialisiert und bieten trendige Klamotten bis Größe 58.

„Frauen wollen nicht mehr in Säcken herumlaufen”, sagt Mara Michel vom Verband Deutscher Mode- und Textildesigner und stellt die Moderichtungen für füllige Figuren vor. Auch hier ist die Silhouette schmal, meint die Modefrau, nur müssten die Schnitte entsprechend angepasst sein. Auch bei Größe 48 könne ein Cape getragen werden - mit einem engen Rock.

Tatsächlich erfordern Kleider für üppigere Figuren einen ganz anderen Zuschnitt, sagen Designer. Ihre Mode für Frauen mit Format kann auch bunt und flippig sein, ob bei Leggins mit kurzem Kleidchen oder dem langen Abendkleid.
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