Gegen städtische Mitarbeiter in Bonn wird ermittelt

Von: dpa
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Bonn. Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um das Bonner Kongresszentrum hat die Staatsanwaltschaft Privaträume zweier Bediensteter der Stadt durchsucht. Beide gehörten der Projektleitung für das Gesamtobjekt World Congress Center Bonn an.

Bei beiden halte die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht der Untreue im besonders schweren Fall zum Nachteil der Bundesstadt Bonn für gegeben, teilte die Stadt am Freitag mit. Einer der beiden Betroffenen steht nicht mehr in Diensten der Stadt. Die Stadt werde auch künftig den Kurs der absoluten Offenheit gegenüber den Ermittlern, dem Rat und der Öffentlichkeit fortsetzen, hieß es in der Erklärung der Stadt weiter.

Sie erhoffe sich von den Ermittlungen weitere Erkenntnisse zur Aufklärung des Sachverhalts. Für beide Personen gelte die Unschuldsvermutung, sagte Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD). Jetzt müssten die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens abgewartet werden.

In einer Erklärung der Verteidiger der beiden Betroffenen hieß es, ihnen werde nicht vorgeworfen, sich selbst bereichert zu haben. Es gehe allein um die Frage, ob die städtischen Mitarbeiter die mit dem Projekt verbundenen Risiken richtig eingeschätzt hätten.

Der Bauherr, die federführenden Baufirma und auch die mit diesen beiden Firmen zusammenarbeitende Betriebsgesellschaft haben Insolvenz angemeldet. Die Arbeiten an dem Kongresszentrum ruhen weitgehend. Zur Zeit wird die Baustelle winterfest gemacht. Das WCCB, das rund 200 Millionen Euro kostet, ist bereits zu etwa 85 Prozent fertiggestellt.

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