Gefundene Post: Fall aufgeklärt

Von: Claudia Schweda
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Düren/Aachen. Der Fall der nicht zugestellten Post in der Region, die Säckeweise in Düren gefunden worden war, ist offenbar aufgeklärt. Ein 28-jähriger Mann aus Stolberg stehe unter Tatverdacht, sagte Paul Kemen, Sprecher der Aachener Polizei am Dienstag auf Anfrage.

Er sei zur fraglichen Zeit Angestellter eines privaten Zustellbetriebes in Eschweiler gewesen, sein Arbeitgeber habe ihn laut einer Polizeisprecherin mittlerweile entlassen. Seine Motive lägen noch im Dunkeln. Er habe noch keine Angaben zur Sache gemacht.

Allerdings hat der Fall größere Dimensionen als bislang bekannt: Wie die Aachener Polizei erst am Dienstag mitteilte, sind nicht nur die vier Säcke mit Hunderten nicht zugestellter Briefe an zwei verschiedenen Stellen in Düren gefunden worden, sondern zuvor schon in der Städteregion: Bereits vor Weihnachten, am 15. Dezember, seien in Roetgen-Mulartshütte Säcke aufgetaucht, dann am 11. Januar in Eschweiler erneut. Am selben Tag waren in Düren an einer Landstraße die nächsten Säcke gefunden worden, sechs Tage später weitere an einem Feldweg nahe eines Golfplatzes in Düren-Gürzenich.

Der 28-Jährige steht unter dem Verdacht der Unterschlagung und der möglichen Verletzung des Briefgeheimnisses. Letztgenannter Vorwurf würde dann greifen, wenn in den Säcken auch geöffnete Post gefunden würde. Die Ermittlungen dazu laufen noch. Die Säcke wurden nach Angaben der Dürener Polizei dem privaten Postzusteller übergeben, um sie nun – wie geplant – zu bearbeiten und zuzustellen. Bei Unterschlagung drohen bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

Ein Zusammenhang zu den Taten in Gangelt, wo im vorigen Jahr nicht zugestellte Post in Mülleimern und Gullys gefunden worden war, hatte die Polizei in Heinsberg schon vor der Lösung des aktuellen Falles am Dienstagmorgen ausgeschlossen.

Schließlich ginge es in Gangelt um einen anderen privaten Postzusteller und um „nur wenige Briefe“ von zehn bis 15 Stück. Auch dort ist die Motivlage noch Teil der Ermittlungen. Unter Tatverdacht stehen im Gangelter Fall zwei Postzusteller.

Der letzte Fall von Tausenden nicht zugestellten Postsendungen liegt eineinhalb Jahre zurück. Damals hatte ein ehemaliger Postzusteller aus Roetgen 5000 bis 6000 Briefe, die er für ein privates Unternehmen im Aachener Nordkreis austragen sollte, über Jahre nicht ausgetragen. Er deponierte die Briefe stattdessen in seiner Wohnung und der Garage – was auffiel, als er die Wohnung wegen seines Umzuges aufgab. Der Wohnungseigentümer entdeckte damals die mit Postsendungen prall gefüllten 100 Stapelboxen und alarmierte die Polizei.

Juristen der Verbraucherzen­trale geben für potenziell von Briefunterschlagung betroffene Menschen jedenfalls Entwarnung: Wer Briefe nicht versichert und nicht als Einschreiben verschickt, müsse den Nachweis führen, dass diese Post beim Empfänger auch tatsächlich angekommen sei.

Wer also eine Mahnung erhalte, aber zuvor nie eine zugehörige Rechnung in der Post hatte, müsse die Mahngebühren nicht zahlen, erklärt Corinna Reisewitz von der Verbraucherzentrale NRW. Die Firma müsse die Mahnung zurücknehmen und noch einmal eine Rechnung schicken.

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