Gefälschtes Facebook-Profil der Aachener Polizei im Netz

Von: Naima Wolfsperger
Letzte Aktualisierung:
Facebook Kündigung
Offenbar hatte sich ein Unbekannter als „Polizei“ bei Facebook präsentiert.

Aachen. Auf Facebook hat es monatelang ein gefälschtes Profil der Aachener Polizei gegeben – und die Sicherheitsbehörden haben es nicht bemerkt. Erst nach einem Hinweis unserer Zeitung ist das Profil verschwunden.

Offenbar hatte sich ein Unbekannter als „Polizei“ präsentiert. Nach Angaben des NRW-Innenministerium sind die Ermittlungen eingeleitet. Strafrechtlich könne gegen den Unbekannten nur mit einer Abmahnung vorgegangen werden.

Das gefälschte Profil sah täuschend echt aus. „Polizei Aachen – Regierungsbehörde“ hieß der Auftritt, so wie bei allen Polizeibehörden in NRW, die tatsächlich einen eigenes Facebook-Profil zur Fahndung und Information der Menschen nutzen. Auch den Zusatz „Regierungsbehörde“ haben alle offiziellen polizeilichen Profile.

Das gefälschte Facebook-Profil der Aachener Polizei hatte weitgehend harmlos gewirkt. Der Steckbrief einer vermissten Hündin war geteilt worden. Neun „gefällt mir“-Daumen zeigten nach oben. Eine Person bedankte sich für den Einsatz der Polizei bei einer Anti-„Dügida“-Demonstration im Januar in Düsseldorf. Nur ein Kommentar beleidigte die Ordnungshüter – und wäre bei einem von der Polizei betreuten Internetauftritt sicher nie erschienen: Jemand wollte sich mal so richtig „mit so einem miesen Bullen“ prügeln. Größere Kreise zog das falsche Profil nicht.

Erst nach unserer Anfrage, welche Erfahrungen die Aachener Polizei mit ihrem Facebook-Auftritt denn macht, waren die Ermittler aufmerksam geworden. Die Aachener Polizeibehörde meldete nach eigenen Angaben die Fälschung sofort dem zuständigen Innenministerium NRW in Düsseldorf. Das Profil verschwand dann schnell.

Alte Polizei-Logos im Netz

Die Frage, ob es durch gefälschte Polizei-Profile in der Vergangenheit zu juristisch problematischen oder gar gefährliche Situationen gekommen sei, konnten weder der Aachener Polizeisprecher, noch Wolfgang Beus vom Innenministerium NRW beantworten. Offenbar ist die Polizei zum ersten Mal mit einem solchen Vorgang konfrontiert; ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Facebook-Profilen sogenannter Polizeireporter. Sie sind den Sicherheitsbehörden schon seit längerem ein Dorn im Auge. Nicht nur, weil sie sich mit alten Polizeilogos einen offiziellen Anstrich geben.

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