Gefälschte Beltracchi-Werke im Internet veröffentlicht

Von: dpa
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Im Kölner Kunstfälscherprozess hatte das Landgericht Haftstrafen bis zu sechs Jahren gegen die vier Angeklagten verhängt. Die höchste Strafe erhielt der Drahtzieher und Maler Wolfgang Beltracchi (60). Drei der vier Angeklagten haben Revision eingelegt. Foto: dpa

Köln/Wiesbaden. Fast alle der 53 bisher bekannten Fälschungen des verurteilten Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi können jetzt im Internet angesehen werden.

Der Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer (BDK) stellte in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt Berlin die gefälschten Werke im Stile von Avantgarde-Künstlern wie Max Ernst, Max Pechstein und Heinrich Campendonk in die „Datenbank kritischer Werke” ein. Von sechs ermittelten Fälschungen existieren allerdings keine Abbildungen. In einigen Fällen habe sich die Spur der Bilder verloren, teilte der Verband am Montag mit.

Die „Datenbank kritischer Werke” dient dem Schutz vor Fälschungen und wird kontinuierlich von den Mitgliedern des BDK ausgebaut. Dadurch sollen gefälschte Objekte schneller nachgewiesen und schließlich ganz aus dem Verkehr gezogen werden können. „Die Veröffentlichung der ermittelten Werke der Sammlung Jägers soll dazu dienen, dass sich die Spur dieser Fälschungen nicht verliert und die Gemälde in einigen Jahren nicht erneut auf dem Kunstmarkt auftauchen”, sagte BDK-Präsident Markus Eisenbeis, der die Datenbank gegründet hat.

Beltracchi, seine Frau Helene und zwei weitere Komplizen waren Ende Oktober vom Landgericht Köln zu Haftstrafen bis zu sechs Jahren verurteilt worden. Die Bande hatte jahrelang gefälschte Bilder aus erfundenen Sammlungen in den Kunstmarkt geschleust und dafür Millionen kassiert.

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