Gebührenanstieg in NRW: Titz und Monschau vorn

Von: dpa/dapd
Letzte Aktualisierung:
geld abfluss abwasser
Geldabfluss: Die Bürger von NRW müssen für Abwasser und Abfallentsorgung immer mehr bezahlen. Foto: dapd

Düsseldorf/Region. Der Bevölkerungsschwund treibt in vielen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen die kommunalen Gebühren in die Höhe. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Kommunen gewaltig. An der Spitze der Gebühren für Abwasser liegen eine Gemeinde im Kreis Düren und eine Stadt in der Städteregion Aachen.

„Die Kosten für die Infrastruktur wie etwa das Kanalnetz müssen auf immer weniger Köpfe umgelegt werden”, sagte der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler NRW, Heinz Wirz, am Mittwoch bei der Vorstellung des aktuellen Gebührenvergleichs in Düsseldorf. Ähnlich sei es bei den Betriebskosten der Verbrennungsanlagen.

Außerdem habe die Finanznot viele Kommunen im vergangenen Jahr veranlasst, Gebühren um teilweise über 30 Prozent zu erhöhen. In fast der Hälfte aller Kommunen seien von 2010 auf 2011 die Abwassergebühren teurer geworden.

So stieg die Belastung in Titz im Kreis Düren um 34,3 Prozent, in Schermbeck bei Wesel um 33,8 Prozent und in Siegburg um 31,5 Prozent. Damit sei Titz zur Kommune mit den höchsten Abwassergebühren in NRW geworden. Der vierköpfige Musterhaushalt (vier Personen, 200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch, 130 Quadratmeter befestigte Fläche) müsse in Titz 1239 Euro im Jahr für sein Abwasser berappen, in der NRW-weit günstigsten Kommune im münsterländischen Reken sind es nur 247 Euro. Die zweithöchsten Gebühren beim Abwasser in NRW hat die Stadt Monschau mit 1181 Euro.

Zum Vergleich: Am billigsten in der Städteregion Aachen ist es in Eschweiler mit 643,30 Euro. Im Kreis Düren ist die Stadt Düren mit 480,80 Euro am günstigsten. Im Kreis Heinsberg klafft die Schere mit 863,40 Euro in Wegberg und 519,20 Euro in Heinsberg weniger weit auseinander.

Die höchsten Gebühren für die Einleitung von Regenwasser ins Kanalnetz fallen in Siegburg mit 2,19 Euro pro versiegeltem Quadratmeter an, im ostwestfälischen Hövelhof sind es gerade einmal 15 Cent.

Der Bund der Steuerzahler kritisierte die Gemeindeprüfungsanstalt in Herne. Diese empfehle den Kommunen eine gebührentreibende Kalkulation, um deren Einnahmen zu erhöhen.

Auch die vergleichsweise gut betuchte Landeshauptstadt blieb von Kritik nicht verschont: Von den 3,2 Millionen Euro Überschüssen des Stadtentwässerungsbetriebs seien 2,6 Millionen an den Haushalt der Stadt abgeführt worden. Düsseldorf lebe damit auf Kosten der Substanz des Abwassernetzes. „Die Abwassergebühren sind nicht dazu da, den Dienstwagen des Bürgermeisters zu finanzieren”, sagte Wirz.

Bei den Müllgebühren seien neben der Müllabfuhr vor allem die Verbrennungsentgelte und die entsprechenden Verträge der Kommunen ausschlaggebend. So wird in Gelsenkirchen für die wöchentliche Restmüllabfuhr eine jährliche Gebühr von 158 Euro fällig, wenige Kilometer weiter in Oberhausen sind es satte 578 Euro. Ob die Müllabfuhr in öffentlicher oder privater Hand sei, spiele nicht unbedingt eine Rolle. Entscheidend sei der Wettbewerb.

Anders als bei den Abwassergebühren lässt sich für die Abfallgebühren in Nordrhein-Westfalen kein aussagekräftiger Durchschnittswert erstellen. Denn nicht nur die Größe der Mülltonnen weicht zwischen den Kommunen, aber auch innerhalb der Städte ab. Auch der Abholrhythmus für Müll ist sehr unterschiedlich.

Bei Beispielrechnungen lassen sich jedoch auch bei den Müllgebühren große Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen feststellen. So verlangt Paderborn für eine zweiwöchentliche Leerung einer 120-Liter-Restmülltonne sowie einer ebenso großen Bioabfalltonne in diesem Jahr 139 Euro. In Alpen werden für die gleiche Leistung 468,96 Euro fällig. Wird die Restmülltonne jede Woche und der Bioabfall jede zweite Woche abgeholt, fallen in Gelsenkirchen 157,85 Euro an. In Oberhausen sind es 577,71 Euro.

Als Grund nennt der Bund der Steuerzahler vor allem die unterschiedlich hohen Entsorgungsentgelte, die die Müllverbrennungsanlagen verlangen und die die Kommunen nicht beeinflussen können. Allerdings sollten die Leistungen der Müllabfuhr nach Ansicht der Steuerzahlerbunds EU-weit ausgeschrieben werden. Dadurch seien ebenso Einsparungen möglich ebenso wie durch eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der Kreise.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert