Eupen - Gauck in Eupen: Euregio-Maas-Rhein als Vorbild gelobt

Gauck in Eupen: Euregio-Maas-Rhein als Vorbild gelobt

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
image014.jpg
Zum Abschluss seines Staatsbesuchs in Belgien würdigt Bundespräsident Gauck die deutsche Minderheit als Brückenbauer. Foto: Harald Krömer

Eupen. Bundespräsident Joachim Gauck hat seinen Belgienbesuch am Donnerstag in Eupen beendet und die Deutschsprachige Gemeinschaft als Vorbild für Europa gelobt. Für viele Eupener war es aber viel spannender, dass Gauck von ihrem Königspaar begleitet wurde: Philippe und Mathilde. Nachdem die Delegation vormittags in Lüttich war, traf sie am Nachmittag im Kloster Heidberg ein.

Auf den Hausdächern rund um das Kloster waren Scharfschützen postiert, überhaupt war es gar nicht so leicht, in die Stadt zu gelangen, weil Teile der Innenstadt gesperrt waren. Der Staatsbesuch in Belgien fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Es galt Terrorwarnstufe drei, die zweithöchste Stufe. Aus sicherheitstechnischen Gründen machte die Polizei keine Angaben dazu, wie viele Beamten im Einsatz waren. Nur so viel sagte Harald Schelter, Polizeichef der Zone: „Es gelten sehr strenge Regeln, die Menschen werden kontrolliert, und wir haben Beamte aus dem ganzen Land hier.“

Das Dröhnen eines Hubschraubers in der Luft kündigte das Eintreffen der Staatsgäste ein. Als Gauck am Kloster aus seiner Limousine stieg, sagte er in seiner gewohnt trockenen Art „Tach“ in die Runde. Da warteten auf Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt schon das belgische Königspaar und Oliver Paasch (ProDG), Minister der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Gaucks Besuch sei eine große Ehre, sagte Oliver Paasch. Außerdem lobte er in seiner Rede Gaucks europapolitisches Engagement. Der Minister hob die Bedeutung Europas vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise hervor. „Es darf nicht sein, dass sich einzelne Mitgliedsstaaten der Solidarität entziehen“, sagte er und ging auf die dramatische Situation in Griechenland und die Bedeutung des Schengenraums ein.

Gauck nannte die Deutschsprachige Gemeinschaft als Vorbild für das Zusammenleben in Europa. „In der Euregio findet das europäische Zusammenleben statt.“ Sie sei eine Art Brückenbauer. „Tief in unserem Herzen wissen wir doch alle, dass uns etwas verbindet. Wir sind nicht Deutsche oder Belgier, sondern Europäer.“ Gauck lobte außerdem die belgisch-deutsche Freundschaft.

An einem Austausch über die Euregio Maas-Rhein nahm unter anderem auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker teil. Gauck hörte interessiert zu und stellte Fragen. Als jemand darauf hinwies, dass der Zeitplan schon nicht mehr eingehalten werde, beruhigte Gauck nur. „Das Gute an meinem Flugzeug ist, dass es ohne mich nicht losfliegt.“

Auf dem Werthplatz in der Eupener Innenstadt warteten zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 100 Menschen mit Fähnchen – auf ihr Königspaar. Dass der deutsche Bundespräsident auch da sein würde, wussten zwar einige, aber bei weitem nicht jeder. „Ich liebe meinen König“, sagte Hermann Scheiff, der sich in die belgische Fahne gehüllt hatte.

Die Schuhe der Königin

Scheiff legte Gauck nahe, er möge doch Kanzlerin Angela Merkel beerben. Der lachte nur und schüttelte weiter Hände beim Bad in der Menge – die zuvor komplett durchsucht worden war. „Kommen Sie das nächste Mal mit den Kindern?“, fragte Scheiff Königin Mathilde. „Vielleicht“, antwortete der Liebling der Belgier, über deren Schuhe viel diskutiert wurde. Camouflagemuster in Pink-Weiß-Bordeaux. „Von Dior“, raunte ein Paparazzo, der mit seinem Zoom ganz nahe herangegangen war. Schmuck, Schuhe und Tasche der Königin seien ein Pflichtmotiv.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert