Erkelenz - Garzweiler II: Onlineportal freigeschaltet

Garzweiler II: Onlineportal freigeschaltet

Von: cs
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Rund 500 vom Tagebau betroffene Menschen waren der Einladung der Düsseldorfer Staatskanzlei gefolgt. Foto: Claudia Schweda

Erkelenz. Am Mittwochmorgen wurde unter www.leitentscheidung-braunkohle.nrw die Plattform der Landesregierung NRW freigeschaltet, auf der alle Bürger Kritik und Anregungen zu den geplanten Veränderungen an Garzweiler II äußern können.

Das teilten Vertreter der Staatskanzlei am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung zur sogenannten Leitentscheidung zu diesem Braunkohletagebau in der Erkelenzer Stadthalle mit. Rund 500 vom Tagebau betroffene Menschen waren der Einladung der Düsseldorfer Staatskanzlei zu diesem Abend gefolgt.

In größtenteils ruhiger Atmosphäre erläuterten hochrangige Vertreter der Staatskanzlei, des NRW-Umwelt- und -Wirtschaftsministeriums den Entwurf zur Leitentscheidung, den das Landeskabinett vor einer Woche beschlossen hatte.

Betont wird in der Entscheidung, dass es eine energiepolitische Notwendigkeit für Braunkohle auch nach dem Jahr 2030 gibt. Garzweiler II wird aber soweit verkleinert, dass die Ortschaft Holzweiler vom Tagebau verschont bleibt - bis auf drei nördlich vorgelagerte Gehöfte, räumte Alexandra Renz ein, Leiterin des Referats Braunkohleplanung in der Staatskanzlei.

“Aber wir gehören doch auch zu Holzweiler”, rief daraufhin ein Mitglied der betroffenen Landwirtsfamilien in den Saal. Es sollte eine der wenigen Zwischenrufe an diesem Abend bleiben.

Die von Renz als “positive Aussicht” dargestellte Lage von Holzweiler als See-Anrainer sorgte für hämische Lacher, weil das erst 40 Jahre nach dem Ende der Auskohlung des Tagebaus so sein wird. Erst dann wird der Restsee, der im Loch von Garzweiler II entstehen soll, vollgelaufen sein. Und niemand weiß, wann Garzweiler II ausgekohlt sein wird, denn dazu macht die Leitentscheidung RWE keinerlei Vorgaben.

In einer Pause der Veranstaltung konnten die Menschen den einzelnen Referenten in kleiner Runde Fragen zur Situation von Holzweiler, den energie- und umweltpolitischen Grundlagen der Leitentscheidung sowie dem notwendigen Strukturwandel in der Region stellen. Dabei wurde deutlich, dass den Holzweilern ein Mindestabstand von 400 Metern zum Tagebaurand, der im Entwurf vorgesehen ist, nicht genügt.

Vor dem Beginn hatten vor der Stadthalle Mitarbeiter des Tagebaubetreibers RWE demonstriert. Kurzzeitig angespannt war die Lage nur, als mehrere Dutzend Interessierte vor der Tür aus Sicherheitsgründen nicht mehr in die auf den ersten Blick volle Halle gelassen wurden - darunter größtenteils RWE-Mitarbeiter. Da sich verteilt über die gesamte Halle dann doch noch freie einzelne Plätze fanden, wurde die kritische Situation nach wenigen Minuten gelöst.

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