Gamescom: Wer spielen will, muss geduldig sein

Von: Thomas Vogel
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Leider ausverkauft: Wer die Computerspielemesse Gamescom noch besuchen will, hat bis Samstag, 26. August, noch die Gelegenheit. Allerdings muss man auf ein Nachmittag-Ticket warten. Je nachdem, wie viele Besucher die Messe verlassen, werden die verkauft. Foto: dpa
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Leider ausverkauft: Wer die Computerspielemesse Gamescom noch besuchen will, hat bis Samstag, 26. August, noch die Gelegenheit. Allerdings muss man auf ein Nachmittag-Ticket warten. Je nachdem, wie viele Besucher die Messe verlassen, werden die verkauft. Foto: dpa
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Handschuhe als VR-Controller: Auf der Gamescom kann man sie ausprobieren. Foto: Tom Vogel
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Wolferstetter: Etwas, von dem ich sicher sagen könnte „Das ist das nächste große Ding“, sehe ich jetzt eigentlich gerade nicht. Es gibt immer so ein bisschen Wellenbewegungen. Was Genres angeht, scheinen Free-to-play-Shooter und asymmetrische Multiplayertitel im Moment sehr angesagt zu sein. Foto: Tom Vogel
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Horn: Ich glaube nach wie vor, dass Online-Gaming oder vernetztes Spielen, ob in der Cloud oder mit Multiplayer-Modus, immer wichtiger wird und immer weniger Spieler alleine spielen. Ich glaube das der Anteil an reinen Singleplayer-Spielen abnehmen wird, bzw. diese Spiele einen Online-Aspekt erhalten. Foto: Tom Vogel

Köln. Laut, bunt und bei aller Düsternis unglaublich grell – das ist der Eindruck, der nach dem Flanieren über die Gamescom mit nach Hause fährt. Seit gestern ist die größte Publikumsmesse der Welt für Computer- und Videospiele für alle geöffnet. Und „alle“ werden in diesem Jahr wieder richtig viele sein. 345.000 Besucher waren es im vergangenen Jahr.

Dass 2017 weniger kommen – unwahrscheinlich. 50 Sonderzüge sind in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, extra für die Gamescom. Die Branche boomt, mehr Aussteller waren zu diesem Anlass noch nie in Köln. Ein herausragender Trend lässt sich, was Gaming angeht, jedoch nicht herausfiltern.

Alles sieht aus wie immer. Als hätte sich nichts verändert, nichts entwickelt. Massen vor den Hallen, Massen darin. Wummernde Bässe und ein nach den ersten beiden Stunden ohrenbetäubendes Hintergrundrauschen aus menschlichen Stimmen. Alles sieht aus, als hätte es den Hype um Virtual Reality oder die Nintendo Switch nie gegeben.

Als läge die Veröffentlichung von einst sehnlichst erwarteten Spielen Jahrzehnte zurück. Oder zumindest länger als die paar Monate, die es tatsächlich her ist. Man könnte sich fragen, was es auf der Gamescom noch zu entdecken gibt. Aber der erste Eindruck beim Betreten der Messehallen täuscht. Die viel sinnigere Frage wäre, wo man anfängt zu entdecken und was man unentdeckt lassen möchte.

Spieler hoffen auf exklusive Blicke

Spieler brennen vor allem darauf, exklusive Blicke auf kommende Spiele werfen zu können oder die Titel sogar anzuspielen. Wer etwa den neusten Ego-Shooter von Publisher Activision – „Call of Duty: WW II“ (Veröffentlichung: 3. November) – testen will, der wird Schlangestehen, und zwar nicht nur für eine halbe Stunde. Eine Erfahrung, die auch Fans von Electronic Arts-Titeln (EA) machen müssen. EA präsentiert sich zwar auf 10.000 Quadratmetern, 400 Spielstationen stehen zum Anspielen bereit.

Geduld wird dennoch vonnöten sein, weil EAs Lineup aus Spielen besteht, die Konsolen- wie PC-Spieler hoch schätzen: die Fußballsimulation „Fifa 18“, der Shooter „Battlefield 1“ inklusive der neuen Erweiterung „In the Name of the Tsar“ oder das Rennspiel „Need for Speed: Payback“ sind darunter. Letztgenanntes wurde im Rahmen der Gamescom vorgestellt und BMW entschied sich, den neuen M5, der im Game eine große Rolle spielt, dabei erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Team um das Mittelalter-Rollenspiel „Kingdom Come: Deliverance“ (Veröffentlichung: 13. Februar 2018) zeigt seinen Titel in mittelalterlichem Ambiente, im Gepäck haben sie sogar ein eigens für das Spiel kreiertes Bier – vor Hunderten Jahren wurde schließlich auch schon Gerstensaft getrunken. Blizzard zeigt Neuigkeiten zu fast allen seinen Blockbustern: „World of Warcraft“ und „Hearthstone“ etwa, auch wenn es sich nicht um Neuigkeiten handelt, die die Welt der Fans aus den Angeln heben wird.

Obligatorisch gibt es auf der Gamescom neben Spielen die Gelegenheit, neue Entwicklungen im Bereich Hardware zu testen. Gefragt ist in diesem Jahr besonders Microsofts neue, leistungsstarke und für 4k-Gaming vorbereitete Konsole, die XBox One X. An ihr werden Gamer in Köln erstmals zocken können. 170 Geräte sind dafür abgestellt. Die Virtual Reality (VR) hat derweil ihre Nische besetzt und ist fester Teil der Gamescom, auch wenn der Hype und die große erste Aufregung um die Brillen nach deren Markteinführung zu Beginn des vergangenen Jahres abgeflaut ist.

Hardwareseitig bleiben die ersten Generationen der großen VR-Headsets aktuell, die Nachfolger sind noch nicht in Sicht. Bis leichtere Geräte ohne störende Kabel und mit besseren Displays aus dem Regal im Laden genommen oder in den virtuellen Einkaufskorb gelegt werden können, wird noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Ebenso, bis Datenhandschuhe die Plastikcontroller ersetzen. Immerhin können von denen erste Versionen auf der Gamescom bereits ausprobiert werden.

Im Film mit Dolph Lundgren

Was Spiele angeht, die von der noch recht frischen Technik Gebrauch machen – in dieser Nische ist im vergangenen Jahr große Dynamik ausgebrochen. Das verrät zumindest deren Quantität. Um aber Qualität zu finden die motiviert, das Headset dafür auch ein zweites Mal aufzusetzen, da muss man schon ein wenig länger suchen. Auf der Gamescom stehen solche Titel womöglich in den Startlöchern, etwa mit „Doom VFR“ (kommt am 1. Dezember), „Fallout 4 VR“ (12. Dezember) oder „Skyrim VR“ (17. November; alle von Bethesda).

Und dann ist da noch die Gamescom, die viele Erlebnisse bescheren kann. Ein Beispiel ist die Aktion des Spieleentwicklers Wargaming. Wer Lust hat, schnell einen Actionstreifen mit Hollywoodstar Dolph Lundgren abzudrehen und einzustecken – quasi im Vorbeigehen – der kann dort Halt machen. Lundgren ist zwar nicht persönlich da, hat aber vor der Messe einen Kurzfilm für Wargaming gedreht, in den Besucher des Messeauftritts per Greenscreen einsteigen können.

Bleibt die Frage, wo man anfängt zu entdecken und was man unentdeckt lassen möchte.

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