Galerie Artco: Zwischenraum der Kulturen

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
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Der anglo-afrikanische Künstler Ransome Stanley stellt in der Galerie Artco aus: Noch bis zum 7. August sind seine Bilder zeitgenössischer afrikanischer Kunst zu sehen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eine bedeutende Größe in der zeitgenössischen afrikanischen Kunst ist der Anglo-Afrikaner Ransome Stanley, der international von der Aachener Galerie Artco vertreten wird und zum wiederholten Male hier ausstellt.

Wie kaum ein anderer fühlt und malt der in England lebende Künstler den Raum zwischen der europäischen und der afrikanischen Kultur, in dem er aufgewachsen ist und den er zumindest in seiner Malerei nicht verlassen hat. Doch was er malt, ist weder Leiden noch Zweifel noch Identitätslosigkeit, sondern ein Leben dazwischen, das reich ist an Bildern und Symbolen diesseits und jenseits sowie einem gewissen Humor bis hin zur Ironie.

Ransome Stanley bringt die Welten zusammen und lässt fühlen, was sie eint – die gemeinsame Zeit, die Gleichzeitigkeit der Ereignisse und des Erlebens. Schönheit und Schrecken, Traum und Wirklichkeit – alles wird eins. Bisweilen klingt eine gewisse Bedrohlichkeit an, aber auch Subversion. Der Künstler wandelt zwischen den Welten und Zeiten, spielt mit ihren Elementen und setzt sie zusammen wie ein Puzzle.

Fließender Raum

Ransome Stanley, Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters, ist in den 50er Jahren in London aufgewachsen. Mit seiner Mutter und zwei Geschwistern zog er in deren Elternhaus bei Basel, der Vater kam nicht mit. Er war Journalist, vermutlich Kriegsreporter in Afrika, und galt als vermisst.

Aufgrund seiner Hautfarbe wurde ihm schon früh die Frage nach seiner Herkunft gestellt: „Where do you come from?“ Mittlerweile nimmt er die Frage mit Humor, wohl wissend, dass ein fließender Raum zwischen den Zeiten und Kulturen ihm weiten Raum für seine Arbeiten gibt.

Als begnadeter Zeichner geht Ransome Stanley in seinen Bildern häufig von der Zeichnung aus oder fügt sie hinzu, schafft große, verwunderliche Gemälde und Collagen voller Anspielungen auf Europa und Afrika, Geschichte und Kultur, ihre Gemeinsamkeiten und Trennendes.

Die Ausstellung unter dem Titel „Zeitsprünge“ verbreitet auf den ersten Blick eine gewisse Melancholie, die sich auf den zweiten gelegentlich in subtilen Humor verwandelt. Bis zum 7. August können die Bilder am Seilgraben 31 dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr besichtigt werden, samstags von 10 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon 0241/ 40126750.

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