Gänsegeier im Nationalpark Eifel gesichtet

Von: Angela Delonge
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Gänsegeier im Nationalpark
Außergewöhnlicher Besuch: Zwei Gänsegeier, vermutlich aus Südeuropa, haben sich im Nationalpark Eifel in der Nähe einer Schafherde niedergelassen. Foto: Sönke Twietmeyer
Gänsegeier im Nationalpark
Außergewöhnlicher Besuch: Zwei Gänsegeier, vermutlich aus Südeuropa, haben sich im Nationalpark Eifel in der Nähe einer Schafherde niedergelassen. Foto: Sönke Twietmeyer

Schleiden. Der Nationalpark Eifel hat außergewöhnlichen Besuch bekommen. Zwei Gänsegeier haben sich am Montag auf der Dreiborner Hochfläche im Bereich Vogelsang in der Nähe einer Schafherde niedergelassen. „Das Auftauchen der Geier im Nationalpark Eifel ist ein sehr außergewöhnlicher Vorgang, über den wir uns sehr freuen“, sagte Martin Weisgerber von der Nationalparkverwaltung unserer Zeitung.

Die beiden Gänsegeier waren am Montagnachmittag bei einer Schafherde aufgetaucht, die auf der Dreiborner Hochfläche weidete. Schäfer Peter Hilberath hatte die Beobachtung der Nationalparkverwaltung gemeldet, die das Ereignis auf ihrer Facebook-Seite geteilt hatte. Bis Donnerstagabend wurde die Seite mehr als 6000-mal aufgerufen.

Nationalparkbiologe Sönke Twietmeyer vermutet, dass die Tiere aus Südeuropa stammen. Vor allem in Spanien gebe es riesige Populationen von Gänsegeiern. Die Thermikflieger hätten sich wohl von der zuletzt herrschenden Südwestströmung in die Eifel tragen lassen, glaubt Twietmeyer. Es handele sich sehr wahrscheinlich um Tiere aus Südfrankreich oder Spanien, die auf Nahrungssuche sind.

Gänsegeier sind doppelt so groß wie Bussarde, haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,70 Meter und ernähren sich von größeren Tierkadavern, zum Beispiel von toten Schafen und Rindern.

Gebiete mit reichem Nahrungsangebot wie das nördliche Mitteleuropa ziehen im Sommer vor allem junge, noch nicht geschlechtsreife Vögel an. Die seit 2005 geltende EU-Verordnung zur Beseitigung von Tierkadavern habe das Nahrungsangebot für die Aasvögel in Südeuropa stark reduziert, so Twietmeyer. Gänsegeier gehen für die Nahrungssuche auf Streifzüge, indem sie einzeln oder in Gruppen ausdauernd über offener Landschaft und Hochflächen wie der im Nationalpark kreisen.

Seit etwa zehn Jahren würden Gänsegeier auch im Nationalpark Eifel häufiger gesichtet. Vor gut zwei Wochen war bereits eine Gruppe von 96 Gänsegeiern beobachtet worden, die aus Belgien über den Nationalpark Richtung Rurtal zogen.

Ungeachtet dessen hält Günter Krings, ornithologischer Fachmann aus der Nordeifel, das Auftauchen der Vögel für „sehr außergewöhnlich“, jedoch für keine Überraschung. „Es sind immer mehr Geier auf Wanderschaft“, sagt Krings. Seit einigen Jahren sei bei Gänsegeiern eine Tendenz zum Vergrößern der Brutgebiete zu beobachten.

Ob sich die beiden Gänsegeier derzeit noch im Nationalpark aufhalten, konnten die Experten am Donnerstag nicht einschätzen.

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