G8 oder G9? NRW-FDP will Wahlfreiheit für Gymnasien

Von: kna
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Düsseldorf. Die Mitglieder der nordrhein-westfälischen FDP haben sich mit großer Mehrheit für eine Wahlfreiheit zwischen einer acht- und neunjährigen Schulzeit ausgesprochen.

Bei der Mitgliederbefragung der Landespartei hätten 70 Prozent dafür plädiert, den einzelnen Gymnasien an Rhein und Ruhr künftig freizustellen, ob sie ihre Schüler in acht Jahren (G8) oder neun Jahren (G9) zum Abitur führen, teilte der Generalsekretär der NRW-FDP, Johannes Vogel, am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Lediglich 25 Prozent seien dafür, landeseinheitlich am umstrittenen Turbo-Abitur festzuhalten. Mehrheitlich habe sich die Parteibasis „für mehr Freiheit und Autonomie“ der einzelnen Schule entschieden, erklärte Vogel. Zu den Details würden die Schulexperten der Partei jetzt bis zum kommenden FDP-Landesparteitag am 19./20. November in Neuss entsprechende Vorschläge erarbeiten.

Bisher hatte die NRW-FDP zu den entschiedenen Verfechtern von G8 gehört. Von der schwarz-gelben Vorgängerregierung war das Turbo-Abitur an den Gymnasien an Rhein und Ruhr eingeführt worden. Seitdem gibt es massive Klagen von Schülern und Eltern, aber auch Teilen der Lehrerschaft über eine mangelhafte Umsetzung und verstärkten Lernstress.

Vogel betonte, dass die Mitgliederbefragung für die Partei keine rechtliche Bindung eines Mitgliederentscheides habe. Unabhängig davon könne der kommende FDP-Landesparteitag über das künftige Landeswahlprogramm entscheiden. Als Generalsekretär werde er jedoch einen Vorschlag einbringen, den Gymnasien die Entscheidung über G8 oder G9 künftig freizustellen. Dieser Vorstoß sei mit dem FDP-Landeschef Christian Lindner abgestimmt.

Gleichzeitig wolle die FDP in NRW einen „Rechtsanspruch auf Ganztag“ an allen Schulformen durchsetzen. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung sei „durchaus repräsentativ“, urteilte Vogel. Von den landesweit 14 300 FDP-Mitgliedern hätten sich über 3000 an der Befragung beteiligt.

Bei der gleichen Befragung votierten die Mitglieder der NRW-FDP mit 77 Prozent dafür, die Qualität in der Kindergarten-Betreuung zu verbessern statt schnellstmöglich die Elternbeiträge abzuschaffen. Nur 20 Prozent der Liberalen streben eine generelle Beitragsfreiheit für Kitas an.

Bisher sind in NRW die Elternbeiträge lediglich für das letzte Kindergartenjahr abgeschafft. Die SPD-Regierungspartei tritt für eine komplette Beitragsfreiheit ein. Vogel erklärte, dass die FDP an der Beitragsfreiheit für das letzte Kindergartenjahr nicht rütteln wolle. Im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl 2017 würden die Liberalen nicht auf eine Rückabwicklung drängen. Im Gegensatz dazu strebe die FDP aber eine Wiedereinführung der Studiengebühren an den NRW-Hochschulen an.

Umstritten sind innerhalb der NRW-FDP offenkundig die Ladenöffnungszeiten an Sonntagen. 47 Prozent verlangen eine grundsätzliche Freigabe der Öffnungszeiten an Sonntagen, 33 Prozent plädieren für den Einkauf an Sonntagen nur in Ausnahmefällen.

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