„FutureLab“: Eine große Bühne für die Hochschulen

Von: Sonja Essers
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Bei der „FutureLab“-Gala erwartete die Gäste vor dem Theater Aachen eine Überraschung: Eine Lichtprojektion der Fachhochschule Aachen hüllte das Gebäude in bunte Farben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Aus dem Hörsaal auf die Bühne: Im Theater Aachen ist am Mittwochabend der Startschuss für das Projekt „FutureLab“ gefallen. In den Hauptrollen: die vier Aachener Hochschulen, die Stadt Aachen und das Theater. Das Ziel: die Kraft der Hochschulen zu bündeln.

Wissenschaft sei durchaus unterhaltsam, waren sich RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, FH-Rektor Marcus Baumann, die Dekanin der Katholischen Fachhochschule (Katho), Uta Antonia Lammel, der Musikhochschul-Dekan Herbert Görtz sowie Michael Schmitz-Aufterbeck, Generalintendant am Aachener Theater, und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) einig. Nicht jeden Besucher konnte diese These jedoch bis zum Ende bei der Stange halten. Schade!

Wissen und Leidenschaft

Das Programm, das Bernd Büttgens, Sprecher der Stadt Aachen, vor ausverkauftem Haus präsentierte, hätte kaum vielfältiger sein können: Musikschüler trommelten mit voller Kraft, Schauspieler und Sänger gaben Kostproben ihres Könnens, Wissenschaftler erklärten 3-D-Modelle, Datenbrillen, Smartphones, wie die medizinische Technik bei Schlaganfällen funktioniert und diskutierten die Probleme der Integration von Flüchtlingen. Nicht gerade einfache Themen, die jedoch anschaulich und verständlich präsentiert wurden. Studenten und Professoren glänzten mit Wissen und mit viel Leidenschaft für ihre Forschungsschwerpunkte.

Während sich das Programm der dreieinhalb Stunden-Marke näherte, schwächelten doch einige im Publikum. Dabei war die „FutureLab“-Gala alles andere als langweilig – sie war einigen offenbar nur ein bisschen zu lang.

Wissenschaft brauche eben Zeit und das ursprünglich angedachte Programm hätte ganze vier Tage gedauert, scherzte Büttgens, der in Sachen Zeitverzug – immerhin endete das Programm 45 Minuten später als geplant – Erinnerungen an die besten „Wetten, dass..?“-Zeiten von Thomas Gottschalk wachrief. Da wurden die Showelemente für den ein oder anderen zur willkommenen Abwechslung.

Und die konnten sich sehen lassen. Tanzende Blitze und ein Elektroauto, das im Kunsteis-Dampf präsentiert und gefeiert wurde wie ein Popstar, kamen genauso gut an wie die kleinen Roboter, die sich im Rhythmus der Musik bewegten und die Rhönradsportler, die ihre Geräte über die Bühne rollten. Auch die Lichtprojektion, die das Theater von außen in bunte Farben hüllte, versetzte die Gäste ins Staunen.

Doch auch vor ernsten Themen schreckten die Gala-Organisatoren keinesfalls zurück. So spielte an diesem Abend auch das Thema Flüchtlingsintegration eine Rolle. Ebenso eindrucksvoll wie verständlich war die Präsentation eines Schlaganfall-Verfahrens durch Professor Martin Wiesmann, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der RWTH Aachen.

Und wie 3D-Modelle entstehen, zeigte sehr unterhaltsam Leibniz-Preisträger Professor Leif Kobbelt (Lehrstuhls für Computergraphik, Multimedia und Computer Vision an der RWTH), der erst am Nachmittag in die NRW-Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden war.

Dass die Aachener Hochschulen innovativ sein können, haben sie an diesem Abend bewiesen. Dieser Meinung war auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Zwischen 2010 und 2020 investiere das Land NRW 1,6 Milliarden Euro in die Aachener Hochschulen. Mit Erfolg: „Wo wären wir heute in der Elektromobilität ohne Aachen?“, fragte Schulze.

Dass die Hochschulen nicht nur wissenschaftlich, sondern auch musikalisch talentiert sind, zeigte sich beim Finale: Profi- und Amateurmusiker drängelten sich zu Viert vor der Konzertflügel-Tastatur und liefen bei ihrer achthändigen Darbietung zur Höchstform auf. Getreu dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark!

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