Aachen - Fumagalli ist Star beim Weihnachtscircus in Aachen

Fumagalli ist Star beim Weihnachtscircus in Aachen

Von: Sabine Rother
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In der Arena... Foto: Mahramzadeh
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... und ganz privat: Natalio Giovanni Huesca tritt als Fumagalli mit auffälliger „Besen-Frisur“ zusammen mit seinem Bruder Daris im Weihnachscircus auf. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Aachen. Auf knallbunten Plakaten ist er zurzeit ganz groß zu sehen, spielerisch umschwirrt von ein paar zierlichen Trapezkünstlerinnen: Natalio Giovanni (Gianni) Huesca (60) wird als Clown-Star Fumagalli gemeinsam mit Bruder Daris (65) beim Weihnachtscircus auftreten, der ab Freitag (Premiere 19.30 Uhr) bis zum 7. Januar in Aachen gastiert.

Ausgezeichnet mit dem Goldenen und Silbernen Clown von Monte Carlo, gilt das italienische Duo weltweit als Attraktion. Inzwischen haben die Fumagallis ihre Wohnwagen auf dem Bendplatz geparkt. „Ich war lange nicht in Aachen“, meint der sportliche, nicht sehr große Mann in Jeans, schwarzem Pulli in Turnschuhen. „Aber ich kann mich noch gut erinnern, wir haben sogar Freunde, die wir wiedersehen werden.“ Vielleicht ja zum Geburtstag, denn Huesca wird am 25. Dezember 61 Jahre alt.

„Ich spüre die Menschen in der Arena, lasse mich von ihnen inspirieren“, gesteht er. Bruder Daris ist sein unverzichtbares Gegenüber bei allen Aktionen, die zum Teil sehr akrobatisch sind. Daris lacht. „Ja, da sollte man sich verstehen“, nickt er und schnappt sich schnell seine Jacke. „Ich muss nach Düsseldorf, es gibt Ärger mit dem Leihwagen, so ist das leider, wenn man dauernd in der Welt unterwegs ist. Gianni erzählt für uns beide.“

Auftritt in Nizza

Noch vor ein paar Tagen wurde Fumagalli in Nizza gefeiert, bei einer Zirkusaufführung in der Sportarena vor rund 5000 Kindern. Und natürlich wurde kräftig gelacht. Wann lachen die Menschen? „Das fühle ich, und bei den Gags ist das Timing wichtig“, meint der Profi, der seit Jahrzehnten beim Zirkus ist. Schon Papa Henrico Fumagalli war dabei, hat sogar in Filmen von Federico Fellini (unter anderem „The Clowns“ 1970) mitgewirkt. Aus dem norditalienischen Familiennamen Fumagalli, der dort recht häufig ist, wurde die Figur Fumagalli.

Zur Gestaltung hat unter anderem Bernhard Paul, Direktor von Roncalli, beigetragen. Das war Anfang der 90er Jahre. „Er hatte die Idee zur Frisur, seit Roncalli gibt es also Fumagalli“, meint Gianni, der zu den Vorstellungen sein gewelltes Haar in drei straffe Bahnen teilt, die wie steife Besen vom Kopf abstehen – ohne ultra-festes Haarspray ginge das nicht. Fumagalli, ein Clown? „Nein, das sagt man zwar immer, aber Clowns sind eigentlich nur die mit dem weißen Gesicht. Ich bin ein ,Dummer August‘, wenn man es genau nimmt.“

Bruder Daris ist in der Interaktion der beiden so ein „weißer Clown“, allerdings ohne Schminke. „Er ist derjenige, der sich stets vornehm benimmt und den August kritisiert“, erklärt Gianni. „Er hält sich für intelligent, aber zum Schluss ist der August doch klüger als er.“

Die Tradition im Herzen

Gianni Huesca trägt mit Stolz und Liebe die Tradition der Commedia dell‘arte im Herzen, den Ursprung aller Spaßmacher-Figuren, von derb bis edel. „In jungen Jahren haben wir Vorstellungen der Commedia dell‘arte gespielt, mit sehr viel Akrobatik, auf der Straße, in der Arena, überall“, schwärmt er. „Dem Publikum ganz nah. Auf der Straße lernt man unglaublich viel.“ Ob Seiltanz, Trapez oder Jonglage – das kann er alles, und das war einmal selbstverständlich. „Beim Zirkus, wie ich ihn mit meiner Familie erlebt habe, musste jeder alles können, vom Jonglieren bis zum Trapez und packte auch überall mit an, das hat sich ein bisschen geändert.“

Fünfzehn Jahre lang Erfahrungen als Pantomime – viele Charaktere stecken in der Figur des Fumagalli. Bis heute verlassen sich die Brüder auf ihr Improvisationstalent. „Keine Vorstellung ist gleich, selbst Nummer, die eine Geschichte haben, werden variiert.“ Das Geheimnis der Brüder: „Wir schauen uns nur kurz in die Augen, und alles ist klar“, strahlt Gianni. Und um fit zu bleiben, gehen sie an jedem Spielort in ein Fitnessstudio.

Sohn Niko ist im Weihnachtscircus mit einer Luftnummer dabei. „Ja, ein bisschen besorgt bin ich immer, ich weiß, wie gefährlich die Arbeit da oben ist“, meint der stolze Vater. Menschen zu unterhalten, ist seine Kunst: „Viele Komiker übertreiben, die Szenen sind zu lang, sie selbst sind zu laut, das ist nicht gut“, sagt er. „Du musst dein Herz dem Publikum öffnen, um die Herzen zu erreichen, liebenswert sein, weißt du!“

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