Fukushima bekommt Hilfe aus NRW

Von: dpa
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Voigtsberger
NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger lässt sich am Sonntag in Tsukuba, Japan, einen Roboteranzug der japanischen Firma Cyberdyne erklären. Voigtsberger traf in der Forschungshochburg Tsukuba mit dem Chef des japanischen Unternehmens Cyberdyne, Professor Yoshiyuki Sankai, zusammen. Dieser hat einen revolutionären Robotoranzug entwickelt, mit dem zum Beispiel Opfer von Schlaganfällen oder sogar manche Querschnittsgelähmte unter Nutzung der vom Gehirn ausgehenden Signale lernen können, sich wieder zu bewegen. Foto: dpa

Koriyama. Beim Wiederaufbau der japanischen Unglücksregion Fukushima bekommen die Bewohner technologische Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen.

Im Beisein von Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) unterzeichnete das Öko-Zentrum NRW am Sonntag in der Stadt Koriyama eine Absichtserklärung für den Bau einer Solaranlage im Dorf Kawauchi-Mura, das rund 20 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi am Rande der Sperrzone liegt. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf 40 Millionen Euro, sagte Manfred Rauschen, Geschäftsführender Gesellschafter des Öko-Zentrums NRW.

Voigtsberger machte seinen japanischen Gesprächspartnern deutlich, dass Japan für Nordrhein-Westfalen weiterhin ein „besonders wichtiger Partner” sei. Im Energie- wie auch im medizinischen Bereich böten sich neue Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. So traf Voigtsberger in der Forschungshochburg Tsukuba mit dem Chef des japanischen Unternehmens Cyberdyne, Professor Yoshiyuki Sankai, zusammen. Dieser hat einen revolutionären Robotoranzug entwickelt, mit dem zum Beispiel Opfer von Schlaganfällen oder sogar manche Querschnittsgelähmte unter Nutzung der vom Gehirn ausgehenden Signale lernen können, sich wieder zu bewegen.

Um die Medizintechnik weiterzuentwickeln und die Forschung voranzutreiben, ist Sankai eine wegweisende Kooperation mit dem Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum eingegangen - eine europaweit winzigartige Zusammenarbeit. Professor Thomas Schildhauer, Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Klinik bei Bergmannsheil, sprach von bislang ungeahnten Möglichkeiten bis hin zum Einsatz in der Industrie oder auch bei Rettungseinsätzen. So ermöglicht der Roboteranzug Menschen das Anheben von Verunglückten, Pflegebedürftigen und großen Lasten. In Kürze soll er auch in der Atomruine von Fukushima eingesetzt werden.

Derweil freut sich der Bürgermeister des nahe am AKW gelegenen Ortes Kawauchi-Mura auf die Solaranlage aus Deutschland. Die Gemeinde ist 200 Quadratkilometer groß und zählte bis zur Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März vergangenen Jahres 3000 Einwohner. Die Bewohner mussten jedoch fliehen und kamen in der Stadt Koriyama in Behelfsunterkünften unter. „Im April ist die Rückkehr der ersten Bewohner geplant”, sagte der Bürgermeister von Kawauchi, Yuuko Endo. Die Böden in dem Ort seien stark verseucht und auf absehbare Zeit nicht mehr für landwirtschaftliche Produktion nutzbar, so Rauschen.

Geplant ist eine 10 Megawatt große Freiflächenanlage auf maximal drei Arealen der Kommune. Die Anlage soll überwiegend mit deutschem Know-how und deutschen Komponenten entstehen. Wirtschaftsminister Voigtsberger zeigte sich erfreut, dass auch in Japan nun intensiv über einen Ausbau erneuerbarer Energien diskutiert werde. Hier wie auch in der Medizintechnik böten sich Chancen zur verstärkten Zusammenarbeit, sagte Voigtsberger zum Abschluss seines Besuches in Japan. Er machte sich dabei auch ein Bild von den gewaltigen Schäden durch den Tsunami.

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