Für einen stabilen Euro: Karlspreis an Jean-Claude Trichet

Von: Thorsten Karbach
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Der französische Finanzexperte und Präsident der Europäischen Zentralbank , Jean-Claude Trichet, erhält 2011 den Aachener Karlspreis. Foto: dapd

Aachen. Der Euro ist in Gefahr. Das macht auch dem Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen große Sorgen. Somit ist die Preisverleihung 2011 auch als Signal zu verstehen.

Denn ausgezeichnet wird am 2. Juni 2011 der Präsident der Europäischen Zentralbank Dr. Jean-Claude Trichet. Der 67-jährige Franzose stehe für eine stabile europäische Währung, betonte das Direktorium heute im Aachener Rathaus.

Zwei Tage hatte man sich zurückgezogen, zehn Namen wurden letztlich diskutiert. Vor allem die Krise Europas stand im Mittelpunkt der Gespräche. Von einem Verzicht auf eine Verleihung als Zeichen, dass die Krise Europas größer denn je sei, wurde aber Abstand genommen.

„Die Verleihung ist ein stärkeres Signal”, erklärte der Vorsitzende des Direktoriums, Aachens ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. Einstimmig sei das Urteil des Direktoriums letztlich für den EZB-Chef ausgefallen.

Trichet also. Er ist kein Unbekannter in Aachen. Hat als Nachfolger Wim Duisenbergs schon mehrfach den Verleihungen beigewohnt. Duisenberg hatte als EZB-Präsident 2002 den Karlspreis für den Euro entgegengenommen. „Wir brauchten Trichet den Preis nicht erklären, Aachen ist ihm vertraut, die Bedeutung der Auszeichnung ist ihm bewusst”, sagte Linden.

Überrascht und vor allem ob der Auszeichnung bewegt, nahm Trichet die Nachricht auf - und die Antragung des Preises an.

Linden bezeichnete den neuen, 53. Preisträger als „feste Persönlichkeit” und „starken Typen”. „Er hat als Bänker Prinzipien”, sagt er. „2011 würdigen wir eine Persönlichkeit, die mit eigenem, großen Einsatz den Euro stabil hält und gegen große Anfeindungen von draußen verteidigt.”

Sehr wohl, betonte das Direktorium, sei der Euro trotz Trichets Wirken nicht gesichert. Deswegen werde der Preis - in dieser Form bislang einmalig - mit einer Forderung an die Politik verbunden. In der Europäischen Union müsse eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik angestrengt werden, nur so ließe sich der Euro dauerhaft vor nationalstaatlichen Turbulenzen, wie zuletzt in Griechenland oder Irland, schützen.

„Scheitert der Euro, scheitert Europa”, zitierte Linden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Persönlichkeit Jean-Claude Trichet sei bislang der Garant für einen stabilen Euro, eine Persönlichkeit, die für eine seriöse Fiskalpolitik in Europa stehe. „Er ist nicht nur ein fabelhafter Bänker sondern auch ein großer Europäer”, erklärte Linden. Und Karlspreisträger 2011.
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