Fünf Stolberger stehen wegen Menschenhandels und Nötigung vor Gericht

Von: wos
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Die Angeklagten müssen sich wegen mehrerer Straftaten vor dem Aachener Landgericht verantworten. Symbolbild: dpa

Aachen/Stolberg. Zwei Frauen und drei Männer im Alter zwischen 24 und 37 Jahren stehen seit Montag vor der 7. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts und müssen sich wegen Menschenhandels, dem Zwang von Frauen zur Prostitution, Vergewaltigung, Körperverletzung und Nötigung verantworten.

Für die Angeklagten aus Stolberg ist das ein langes Register an Vergehen, das Staatsanwältin Tanja Gülicher-Schmidt Montag in der Anklageschrift verlas.

Danach sollen die fünf Angeklagten und eine weitere Mittäterin, die in einem gesonderten Verfahren angeklagt ist, im Dezember 2014 beschlossen haben, junge Frauen in dem Haus in Stolberg unterzubringen, in dem die Angeklagten selbst wohnten. Von dort aus sollten Mädchen aus Rumänien verschiedenen Rotlichtclubs und Bordellen in der Region zugeführt werden, darunter auch in der Aachener Antoniusstraße.

Dort gelang einer 18-jährigen Zeugin im Januar die Flucht vor der Stolberger Bande. Die 18-Jährige war in Frankfurt mit Hilfe fadenscheiniger Versprechen nach Stolberg gelockt worden. Kurz nachdem sie in der Stadt angekommen war, wurden der 18-Jährigen Handy und Ausweis abgenommen, heißt es in der Anklage. Zusammen mit einer Art Aufpasserin sei die Frau in verschiedene Clubs zunächst in Stolberg, dann in Würselen und schließlich in die Aachener Antoniusstraße gebracht worden. Überall wurde sie zur Prostitution gezwungen, heißt es weiter. In Aachen bekam sie Hilfe von Außenstehenden, die ihr trotz vehementer Angriffe der Angeklagten die Flucht ermöglichten.

Die 18-Jährige soll nicht nur zur Prostitution gezwungen, sondern ebenso von einem der Angeklagten vergewaltigt worden sein. Der Prozess wird am 20. August fortgesetzt.

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