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Fünf Nobelpreisträgerinnen und immer wieder ein Thema: Trump

Von: chh
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Fünf Friedensnobelpreisträgerinnen aus vier Kontinenten im Gespräch mit RTL-Chef-Auslandskorrespondentin Antonia Rados (3. v. l.): Jody Williams (v. l. n. r.), Shirin Ebadi, Rigoberta Menchú Tum, Mairead Maguire und Tawakkol Karman waren jetzt in Mönchengladbach zu Gast. Foto: Giulio Coscia

Mönchengladbach. Dass US-Präsident Donald Trump bei diesen fünf Frauen nicht gut ankommt, ist keine allzu große Überraschung. Zu sexistisch waren dessen Äußerungen, zu sehr stößt seine bisherige Politik auf Ablehnung. „The Donald“, so bezeichnet die US-amerikanische Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams ihn immer wieder und aus ihren Worten trieft die Verachtung, „würde doch noch nicht mal Vietnam auf der Landkarte finden.“

Lautes Lachen in der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach. Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die als Iranerin von Trumps angestrebtem Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimisch geprägten Staaten selbst persönlich betroffen wäre, warnt explizit vor dessen Plänen. „Hier wird versucht, eine Mauer in unseren Herzen zu errichten. Die Welt einzuteilen in ‚die‘ und ‚wir‘.“

Doch nicht nur der US-Präsident steht an diesem Abend, an dem sich fünf Friedensnobelpreisträgerinnen in Mönchengladbach im Rahmen ihrer „Nobel Women‘s Initiative“ treffen, im Fokus. Es gibt viel zu diskutieren: den Kampf gegen den Terror, die Flüchtlingsströme, die Situation in ihren Heimatländern.

Die Friedensnobelpreisträgerinnen stammen von vier verschiedenen Kontinenten, sprechen nicht die gleiche Sprache, aber dennoch ist da ein unsichtbares Band, das sie alle vereint, das dazu führt, dass sie sich immer wieder als „sisters“, als „Schwestern“ bezeichnen: Sie sind Frauen, die sich in ihrem Heimatland für Menschenrechte und Demokratie einsetzen und die für ihr Engagement den Friedensnobelpreis erhalten haben.

2006 schlossen sich Jody Williams (Preisträgerin 2007 für ihre Kampagne zum Verbot von Landminen), Shirin Ebadi (Preisträgerin 2003 für ihren Einsatz für Menschenrechte), Rigoberta Menchú Tum aus Guatemala (Preisträgerin 1992 für ihren Kampf gegen die Unterdrückung der Maya-Völker) und Mairead Maguire aus Nordirland (Preisträgerin 1976 für ihren Einsatz als Mitbegründerin einer Friedensinitiative) zur „Nobel Women‘s Initiative“ zusammen.

Ihr Ziel: Sie wollen ihre Bekanntheit nutzen, um Frauen weltweit bei ihrem Kampf für Menschenrechte und Frieden zu unterstützen. Die Preisträgerinnen von 2011, die Frauenrechtlerinnen Tawakkol Karman aus dem Jemen und die Liberianerin Leymah Gbowee, kamen 2012 hinzu. Alle zwei Jahre treffen sich die Nobelpreisträgerinnen der Initiative mit 50 von ihnen ausgewählten anderen weiblichen Aktivistinnen, um sich auszutauschen – dieses Jahr in Mönchengladbach.

Wie kommt es, dass sich fünf Friedensnobelpreisträgerinnen auf einen Schlag in einer Stadt im Westen Deutschlands treffen, die man wohl kaum als Metropole bezeichnen kann? Der 2003 gegründete Initiativkreis Mönchengladbach, der einmal jährlich Friedensnobelpreisträger in die Stadt einlädt, hat die Ausrichtung der Konferenz finanziell unterstützt und so erst ermöglicht.

Und dass eine Initiative speziell für Friedensnobelpreisträgerinnen durchaus sinnvoll ist, zeigen die Zahlen, die RTL-Auslandskorrespondentin Antonia Rados, die durch den Abend führte, am Ende präsentierte. Bislang haben in der Geschichte des Nobelpreises 822 Männer die Auszeichnung erhalten, aber nur 48 Frauen. Ebadi, Williams, Karman, Maguire und Menchú Tum arbeiten daran, dass es mehr werden.

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