Freizeittipps: Ferienspaß trotz Regenwetter

Von: Christoph Velten
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Perfekte Beschäftigung bei Regentagen: Pfützenhüpfen. Foto: Colourbox
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Petra Straßmeir ist Erziehungsexpertin und Mutter von zwei Kindern. Foto: Straßmeir

Aachen. Das Wetter macht derzeit nicht nur den Menschen zu schaffen, die das Wasser buchstäblich vor der Haustür stehen haben. Gerade in den Schulferien, wo viele Kinder zu Hause sind, fällt bei dem Regen so manchem die Decke auf den Kopf. Petra Straßmeir, Erziehungsexpertin und Mutter von zwei Kindern (drei und sechs Jahre), gibt ein paar Tipps, wie man die gemeinsame Zeit auch in der Wohnung genießen kann.

Endlich Sommerferien und dann das: Die Freunde sind im Urlaub und draußen regnet es Hunde und Katzen vom Himmel. Was können Eltern mit ihren Kindern in der Wohnung machen?

Petra Straßmeir: Da gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wenn man sich als Elternteil darauf einlässt. Ob es ein Picknick unter dem Küchentisch ist oder ein Bewegungsparcours über Stühle, Kissen und Sofas – der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Auch Malen, Basteln, Vorlesen, Tischspiele und Backen sind beliebte Regentagebeschäftigungen bei Kindern.

Ab wann kann man die Kinder auch bei schlechtem Wetter einfach mal rausschicken?

Straßmeir: Je nachdem wie kindersicher der Garten oder das Umfeld ist, kann man das schon gut mit Zweijährigen machen – wenn ein Zaun vorhanden ist und Gefahren – wie zum Beispiel die Regentonne – gesichert sind. Aber auch Erwachsenen kann Regen Freude machen – die richtige Kleidung vorausgesetzt (lacht).

Sie sprechen aus Erfahrung ...

Straßmeir: Ja, Pfützenhüpfen im strömenden Regen macht richtig Spaß, solange man trocken ist – und es geht nichts über die strahlenden Gesichter, die die Kinder dabei haben.

Vielleicht wollen aber auch die Erwachsenen mal ihre freie Zeit genießen – in Ruhe ein Buch lesen zum Beispiel. Geht das mit Kindern in der Wohnung eigentlich noch?

Straßmeir: Es geht auf jeden Fall – ist aber definitiv von der Laune der Kinder abhängig.

Die kann man aber doch beeinflussen, oder?

Straßmeir: Ich empfehle Eltern, sich zuerst ausgiebig mit ihren Kindern zu beschäftigen und dabei gedanklich und gefühlsmäßig wirklich bei ihren Kindern zu sein. Dadurch bekommen die Kinder ganz viel Aufmerksamkeit von den Eltern und können danach besser ohne sie zurechtkommen.

Und miteinander sprechen ist bestimmt wichtig ...

Straßmeir: Ja, man sollte die Kinder auf diese Ruhepause vorbereiten. „Ich spiele jetzt dieses Tischspiel mit euch und lese eine Geschichte aus diesem Buch vor. Dann mache ich eine Ruhezeit für mich, in der ich eine Tasse Tee trinken werde und mein eigenes Buch lesen werde.“ Am besten wird ein für das Kind deutliches Zeichen vereinbart, wann die Ruhezeit des Erwachsenen vorbei ist, wie zum Beispiel das Klingeln eines Küchenweckers.

Was aber, wenn die Kinder noch sehr jung sind?

Straßmeir: Dann sollten die Eltern eine Ruhezeit-Routine einführen: Der Elternteil soll sich eine Handlung überlegen, die täglich ausgeführt wird, die seinem Kind signalisiert, dass jetzt die Pause beginnt. Solch eine Handlung könnte sein: Eine Tasse Tee zuzubereiten, die Tageszeitung zu holen oder Musik anzumachen. Während der Einführung dieser Routine erklärt der Elternteil dem Kind – wohlgemerkt nach dem gemeinsamen Spiel –, dass er eine kurze Pause für sich alleine macht und fragt sein Kind, was es in dieser Zeit alleine spielen möchte und was es dafür braucht. Diese Dinge werden hergerichtet bevor die Ruhezeit beginnen kann.

Und das klappt dann immer?

Straßmeir: In der ersten Zeit wird das Kind die Pause sehr wahrscheinlich unterbrechen. Eltern sollten dann ganz ruhig darauf hinweisen, dass noch Ruhezeit ist und danach wendet sich der Blick wieder dem Buch zu. Wenn diese Routine ein fester Bestandteil des Tagesablaufs mit Kind wird (also täglich einmal), dann wird sich das Kind -– je nach Temperament schneller oder langsamer daran gewöhnen.

Sie haben ein Buch geschrieben das heißt „Fröhlich mit Kindern den Haushalt erledigen“. Na die werden sich bedanken, oder?

Straßmeir: Sie werden lachen, aber ja, zumindest der Kleine freut sich riesig darüber. Er hilft mir mit einer Begeisterung im Haushalt und mit noch nicht einmal vier Jahren weiß er, wo die Dinge in der Spülmaschine ihren Platz haben, wie man die Waschmaschine bedient um Papas Arbeitshosen zu waschen und wie man Gemüse schneidet, ohne seine Finger zu verletzen. Die Große kann das auch alles, weil ich sie in der Zeit, in der Haushalt für sie interessant war, auch mithelfen ließ. Und mit ein bisschen Motivation hilft sie mir auch heute noch (lacht).

Welche Rolle spielen denn Medien wie Tablet oder Fernseher in der Freizeit? Oder sollten diese grundsätzlich tabu sein?

Straßmeir: Tabuisieren würde ich sie auf keinen Fall, denn dann werden sie noch viel interessanter – außerdem sind diese Medien im Leben der Kinder allgegenwärtig.

Aber Regeln braucht es schon, oder?

Straßmeir: Ich würde je nach Alter eine Zeitspanne festlegen. Bei älteren Kindern kann das im Gespräch ausgehandelt werden. Bei jüngeren Kindern lege ich das fest. Außerdem lasse ich meine Kinder nur mit diesen Medien spielen, wenn sie von sich aus auf die Idee kommen und danach fragen – und es dann auch in den Tagesablauf hineinpasst und die festgelegte Zeitspanne noch nicht überschritten ist. Sehr oft vergessen meine Kinder im Spiel diese Medien für mehrere Tage und ich erinnere sie auch nicht dran, wenn es gerade chaotisch ist und eine Ruhepause eigentlich ganz schön wäre (lacht).

Was ist denn bei Ihren Kindern, Sie haben ja selbst zwei, im Moment angesagt? Haben sie ein aktuelles Lieblingsspiel?

Straßmeir: Im Moment lieben sie es, sich zu streiten (lacht). Aber Sie haben ja nach einem Lieblingsspiel gefragt... Meine Kinder mögen am liebsten einen bunten Mix an Beschäftigungen. Von Malen und Basteln über Vorlesen hin zu Kochen und Backen und draußen spielen – und das auch mal bei schlechtem Wetter.

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