Freispruch im Prozess um Meineid

Von: ddp-nrw
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Düsseldorf. Mit einem Freispruch ist am Montag vor dem Düsseldorfer Amtsgericht der Prozess um einen mutmaßlichen Meineid zu Ende gegangen.

Eine 42-jährige Buchhalterin saß auf der Anklagebank, weil die Staatsanwaltschaft sie im Verdacht hatte, im Prozess um eine vorsätzlich herbeigeführte Gasexplosion mit sechs Toten 1997 in einem Düsseldorfer Mehrfamilienhaus bewusst falsch ausgesagt zu haben. Eine tatsächliche Falschaussage ließ sich der Frau allerdings vor Gericht nicht nachweisen.

Die 42-Jährige hatte im Mordprozess um die Gasexplosion im Jahr 2000 unter Eid geschworen, vom Besitzer des Hauses nicht beauftragt worden zu sein, eine Rohrzange aus dessen Garage zu holen und zu verstecken. Mit der Zange hatten die Täter damals in dem betroffenen Mehrfamilienhaus die Gasleitung geöffnet und so die Explosion verursacht.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau daraufhin wegen Meineids angeklagt. Weil das Urteil im Prozess um die Gasexplosion erst im Februar 2009 rechtskräftig geworden war, wurde die Buchhalterin erst jetzt vor Gericht gestellt.

Im Prozess gegen sie sagten ihr damaliger, inzwischen wegen Mordes verurteilter Chef und sein 52-jähriger Komplize aus, einen Auftrag, die Rohrzange verschwinden zu lassen, habe es nie gegeben. Eine Zeugin, die vor Jahren das Gegenteil behauptet hatte, konnte sich nicht mehr recht erinnern. Daraufhin beantragte sogar die Staatsanwaltschaft einen Freispruch aus Mangel an Beweisen, dem sich das Gericht anschloss.

Der Hausbesitzer hatte im Juli 1997 in Düsseldorf sein Mietshaus, in dem die Mieter schliefen, gemeinsam mit dem Dachdecker in die Luft gesprengt. Dabei starben sechs Bewohner, zwei wurden schwer verletzt. Der Hauseigentümer wurde im März 2008 verurteilt, rechtskräftig wurde das Urteil im Februar 2009.
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