Freigehege Hellenthal: Zoff unter den Eigentümern

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Hellenthal. „Ich bewundere die Gelassenheit und ihre professionelle Haltung, mit der Sie diesen Streit hier vor Gericht austragen.” Der Satz des Vorsitzenden Richters Uwe Meiendresch galt den Streitparteien Fischer und Fischer, die jetzt einen Gütetermin vor der 12. Zivilkammer am Aachener Landgericht hatten.

Der Satz hatte seinen Grund. Denn zwischen den Fischers gibt es handfesten Streit. Sie streiten sich seit Januar so arg, dass die Zukunft des Wildgeheges in der Eifel-Gemeinde auf dem Spiel stehen könnte.

Der Grund: Die Eigentümerfamilie der Greifvogelstation will künftig völlig eigenständig sein und sogar ein eigenes Kassenhäuschen am Eingang haben.

Die beiden Familien haben sich seit Jahrzehnten friedfertig der Hege und Pflege heimischer Wildtiere in dem Hellenthaler Gehege verschrieben - und das mit großem Erfolg, wie Richter Meiendresch anmerkte. Und übrigens: Die Familien sind weder miteinander verwandt noch verschwägert.

Weil nun die Eigentümerfamilie des Wildgeheges im Januar einseitig und ohne Absprache die Eintrittspreise erhöht hatte, wurden die Eigentümer der Greifvogelstation ärgerlich.

Denn der Flug-Fischer, wie man ihn nennen könnte, hatte daraufhin völlig das Vertrauen zum Nachbarn, dem Boden-Fischer, verloren.

Da die Betriebe sowieso lange schon organisatorisch völlig getrennt seien, wolle er jetzt den endgültigen Schnitt - die bestehende Gesellschaft solle aufgelöst werden.

Die Gehege würden dann einfach nebeneinander bestehen bleiben, bekräftigte der Flug-Fischer seine Absichten.

Die andere Partei aber fürchtet, man werde so die überregionale Attraktion verlieren und klagte folgerichtig gegen die Auflösung des Hellenthal-Paktes und ließ das Aufstellen eines zweiten Kassenhäuschens verbieten.

Der Richter nun ließ durchblicken, dass die Kammer die Auflösung der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) nicht stoppen werde. Doch Meiendresch sagte: „Im Namen der Besucher: Bitte einigen sich sich vielleicht doch noch!”

Das überlegten die Parteien in einer Sitzungspause und beschlossen, das Verfahren zunächst ruhen zu lassen. Außerdem ist eine Versteigerung des Grundstückes beantragt und hier könnte dann jede Partei versuchen, das ganze Gelände zu kaufen.

Ein Übernahmeangebot der Flug-Fischers liegt bereits vor, scheint jedoch derzeit ein wenig zu niedrig zu sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert