Freie Fahrt nach Feuer unter der A57

Von: Frank Christiansen, dpa
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a57 Brücke
Pendler und Oster-Ausflügler können seit Mittwoch die nach einem verheerenden Feuer voll gesperrte Autobahn 57 wieder nutzen - drei Tage früher als ursprünglich geplant. Foto. dpa

Dormagen. Erst rollten die Einsatzwagen des Landesbetriebs Straßen NRW, dann die der Polizei und dann die ersten ganz normalen Autos. Durchstarten nach 50 Tagen Vollsperrung: Pendler und Oster-Ausflügler können seit Mittwoch die nach einem verheerenden Feuer voll gesperrte Autobahn 57 wieder nutzen - drei Tage früher als ursprünglich geplant.

Vor sieben Wochen hatte ein Unbekannter unter der Autobahnbrücke Kunststoffrohre angezündet. Der schwarze Brandrauch stieg empor und verursachte auf der Autobahn eine tödliche Massenkarambolage. Ein Autofahrer starb, 13 Menschen wurden verletzt, als 21 Wagen ineinanderrasten.

Die bis zu 1000 Grad heißen Flammen zerstörten die Statik einer knapp 50 Jahre alten Autobahnbrücke. Sie musste vollständig abgerissen werden. Der Schaden wird inzwischen auf acht bis zehn Millionen Euro beziffert. Im Labor analysierte Proben hatten ergeben, dass durch die Brandhitze der Beton brüchig und der Stahl spröde geworden war: Totalschaden.

NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger dankte vor Ort allen Beteiligten für den raschen Aufbau von zwei provisorischen Stahlbrücken. Sie bieten nun vier schmale Fahrspuren ohne Randstreifen - der Verkehr kann dort nur mit Tempo 60 fließen. Über die A 57 rollen an normalen Tagen 70 000 Fahrzeuge. Sie ist ein Nadelöhr zwischen Köln und Düsseldorf.

Für die beiden 55 und 73 Meter langen Behelfsbrücken wurden 430 Tonnen Stahl zur Baustelle geschafft, 22 000 Einzelteile - davon 18 000 Schrauben - montiert und 3000 Quadratmeter Straßendecke asphaltiert.

Noch immer versucht eine Ermittlungskommission der Polizei in unverminderter Personalstärke, den Verursacher zu fassen. „Wir gehen zahlreichen Hinweisen nach, haben aber derzeit keinen konkreten Tatverdacht”, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Auch die Raststätte Nievenheim ist seit Mittwoch nicht mehr Deutschlands einsamste Autobahn-Tankstelle. Eilig hatten der Pächter und seine Mitarbeiter die Waren zurück in die Regale geschafft, um mit dem Ende der Sperrung auch die Türen der Raststätte in Sichtweite der Brücke wieder zu öffnen.
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