Freibad-Betreiber in NRW hoffen auf besseres Wetter

Von: Lisa Caspari, ddp
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Die Freibad-Betreiber in Nordrhein-Westfalen haben es bei dem Wetterchaos der vergangenen Tage und Wochen nicht gerade leicht. Foto: ddp

Düsseldorf. Verregnete Nachmittage, plötzlich aufziehende Gewitter an heißen Tagen und täglich schwankende Temperaturen: Die Freibad-Betreiber in Nordrhein-Westfalen haben es bei dem Wetterchaos der vergangenen Tage und Wochen nicht gerade leicht.

Keiner von ihnen ist in der bisherigen Saison mit den Besucherzahlen zufrieden, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp in mehreren großen Städten im Land ergab. In den Freibädern zwischen Rhein und Weser wird auf mehr Einnahmen in der zweiten Sommerferienhälfte gehofft.

In den vier Freibädern der Landeshauptstadt seien seit Anfang Mai 178.000 Besucher gezählt worden, teilte der Geschäftsführer der Bädergesellschaft Düsseldorf, Rüdiger Steinmetz, mit. Das seien rund 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dennoch sei das Ergebnis nicht zufriedenstellend. „Die Jahre 2008 und 2007 waren die schlechtesten Sommer seit dem Beginn unserer Statistik 1970”, betonte Steinmetz.

Lediglich vier heiße Tage Anfang Juli haben laut Bädergesellschaft die Einnahmen gepuscht. Rund ein Drittel der Besucherzahlen seien auf diese kleine Schönwetterperiode zurückzuführen. „Die Leute wollen zumeist einen ganzen Tag im Freibad verbringen. Wenn Gewitter gemeldet sind, entscheiden sie sich gegen einen Besuch”, berichtet Steinmetz. Die angestrebte Besucherzahl von 400.000 für die gesamte Saison sei daher auch in diesem Jahr wieder schwer erreichbar. „Es sei denn, das Wetter wird endlich stabil”, sagt der Geschäftsführer.

Der Sommer sei „ausbaufähig”, findet auch Achim Fischer von der KölnBäder GmbH. Dennoch hätten rund zehn Prozent mehr Wasserratten bislang die fünf Freibäder der Rheinmetropole besucht als noch im Vorjahreszeitraum. Insgesamt 195.000 Badegäste breiteten demnach bis Mitte Juli demnach ihr Handtuch auf den Liegewiesen aus. „Wir sind mit diesem Ergebnis natürlich zufrieden, hoffen aber weiterhin auf gutes Wetter”, betont der Marketingleiter. Die letzten drei Ferienwochen, so seine Hoffnung, könnten den Bädern nochmals einen „richtig guten Schub” verschaffen.

In den fünf Bonner Freibädern wurden in der ersten Saisonhälfte 160.000 Besucher gezählt. Das seien etwas mehr als im Vorjahreszeitraum gewesen, wie der Sprecher der Stadtverwaltung, Thomas Böckeler. In der gesamten Saison 2008 seien in der ehemaligen Bundeshauptstadt 310.000 Badegäste ins kühle Nass gesprungen. Ein Grund für die derzeit trotz Regenwetter stabilen Zahlen könnte allerdings auch die Neueröffnung des Melbbades sein, das im vergangenen Jahr nicht in Betrieb gewesen sei.

Dieses Jahr sei „definitiv ein schwaches Jahr”, zeigt sich der Geschäftsführer der Bielefelder Bäder- und Freizeit GmbH, Hans-Werner Bruns enttäuscht. In den acht Schwimmeinrichtungen seien seit Saisonbeginn erst 160.000 Gäste gezählt worden. „Wir hoffen, dass wir mit einem besseren August das Vorjahresniveau von 295.000 Besuchern erreichen”, sagt Bruns. Aber auch dies seien keine guten Zahlen. In heißen Sommermonaten nähmen bis zu 500.000 Besucher ein Bad in den Bielefelder Schwimmbecken.

Das „Revierpark”-Bad in Gelsenkirchen habe im Juli rückgängige Besucherzahlen verzeichnet, teilte Sprecherin Julia Trippler mit. Nur rund 8000 Badewillige fanden demnach ihren Weg in das Schwimmbad. Im vergangenen Jahr seien es noch 3000 mehr gewesen. An den Becken regiere jedoch die Zuversicht, wie Trippler sagt: „Die Schwimmmeister sagen, der August wird schön. Das zeigen wohl Satellitenbilder im Internet”. So könne man vielleicht noch die rund 26.000 Besucher des Vorjahres erreichen.

Auch in den beiden anderen Gelsenkircher Freibädern werde das wechselhafte Wetter als „sehr bitter” empfunden, sagt der Betriebsleiter für den Badebereich des Sportparadies, Frank Hansch. Derzeit kämen täglich zwischen 1000 und 2000 Gäste weniger in die Freibäder als in anderen Sommern. Da helfe es auch nicht, dass im Sportparadies auch das Hallenbad mitbenutzt werden könne. „Uns fehlen die typischen Freibadgäste”, klagt Hansch. Alle Hoffnungen ruhten daher derzeit auf der zweiten Ferienhälfte: „Da kommen die Leute aus dem Urlaub und wollen ihre Bräune im Freibad präsentieren.”
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