Frauen in Regionalbahn sexuell belästigt: Polizei sucht Opfer

Von: cs
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Der etwa 1,85 Meter große Mann mit kurzem braunen Haar, Geheimratsecken und Drei-Tage-Bart war nach Angaben der Bundespolizei durch die Regionalbahn gelaufen und hatte ständig gerufen „take it or leave it“. Foto: dpa

Aachen/Geilenkirchen. Ein 44-jähriger Mann aus Marburg hat am Freitagmittag in einer Regionalbahn, die aus Mönchengladbach nach Aachen fuhr, mehrere Frauen sexuell belästigt.

Eine Betroffene, eine Servicemitarbeiterin der Deutschen Bahn, die in Brachelen Fahrpläne ausgehangen hatte und dort zugestiegen war, war von den Übergriffen derart geschockt, dass sie im Anschluss nicht vernehmungsfähig war, berichtete die Bundespolizei am Montag.

Der 44-Jährige wurde dem Richter vorgeführt, der anordnete, den Mann zwölf Stunden lang in Gewahrsam zu nehmen. „Er sollte sich beruhigen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Da sich in seiner Hosentasche Reste von Marihuana befunden hätten und er einen teils verwirrten Eindruck gemacht habe, sei davon auszugehen gewesen, dass er unter dem Einfluss von Drogen gestanden habe.

Der etwa 1,85 Meter große Mann mit kurzem braunen Haar, Geheimratsecken und Drei-Tage-Bart war nach Angaben der Bundespolizei durch die Regionalbahn gelaufen und hatte ständig gerufen „take it or leave it“. Dann habe der ungepflegt wirkende Mann sich mit offenem Sweatshirt zu der DB-Mitarbeiterin gesetzt und sie mit anzüglichen Worten aufgefordert, ihn zu berühren.

Als die Frau ihn bat, zu gehen, habe er das zunächst getan, belästigte dann aber eine etwa 20-jährige blonde Frau, die in Lindern gegen 12 Uhr eingestiegen war. Als diese Frau ihn ebenfalls bat, ihn in Ruhe zu lassen, habe der Mann ihr auf den Oberschenkel geschlagen, sei aufgestanden, wieder durchs Abteil gelaufen und machte sich, so die Polizei, sichtbar an seinem Geschlechtsteil zu schaffen. Dabei habe er den Frauen Sätze wie „Noch habt ihr die Chance zu verschwinden!“ oder „Meiner ist groß, ihr wollt ihn doch alle!“ zugerufen.

Als die DB-Mitarbeiterin in Aachen den Zug verlassen wollte, habe der Mann sie in der Nähe des Intimbereichs berührt. Auf dem Bahnsteig standen bereits die vom Zugbegleiter informierten Beamten der Bundespolizei, um den Mann in Empfang zu nehmen.

Der 44-Jährige ist nach Angaben des Polizeisprechers in der Vergangenheit bereits mehrfach erkennungsdienstlich behandelt worden – wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen, sexueller Belästigung, Verbreitung pornografischer Schriften und in Zusammenhang mit Diebstahl und Rauschgiftdelikten. Für die Bundespolizei ist bislang nicht erkennbar, ob der Mann schon einmal in Haft war. Um die Anzeige gegen ihn aber möglichst umfassend stellen zu können, werden nun weitere Frauen gesucht, die möglicherweise von dem Mann belästigt worden sind.

Insbesondere die 20-jährige blonde Frau, die in Aachen-Schanz den Zug verlassen hat, wird gebeten, sich unter der kostenfreien Hotline der Bundespolizei unter Telefon 0800/6 888 000 oder bei jeder Polizeidienststelle zu melden.

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