Frau zockt Versandhäuser ab: ­Gefängnisstrafe

Von: dpa
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Bonn. Drei Jahre lang hat eine 44-jährige Dolmetscherin systematisch bei Versandhäusern Waren bestellt und nicht bezahlt. Das Bonner Landgericht hat die Frau am Freitag wegen Betrugs und Unterschlagung in 29 Fällen zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt.

Der Schaden beträgt rund 10.000 Euro. Wegen ihrer Uneinsichtigkeit und der Gefahr, dass sie weiterhin Betrugsstraftaten begeht, wurde die Haftstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Die Angeklagte bestritt in dem Indizienprozess sämtliche Vorwürfe.

Die Dolmetscherin ging nach Überzeugung der Bonner Wirtschaftskammer immer nach derselben Masche vor: Bei der Post ließ sie sich die Retourscheine abstempeln, schickte nichts oder nur teilgefüllte Pakete zurück. Die Artikel, die sie behalten wollte, legte sie nicht dazu. Wenn Versandhäuser die Zahlungen einforderten, legte sie die Scheine vor oder behauptete, die Ware gar nicht erhalten zu haben. Nur wenige Versandhäuser ließen sich nicht täuschen ­ und forderten die Waren zurück.

Der mitangeklagte Sohn wurde wegen Verstoßes gegen das Markengesetz zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt. Mutter und Sohn hatten auf Billigmärkten oder Outlet-Stores gefälschte Markenprodukte gekauft und die Plagiate im Internet als Originalware angeboten. Auf diese Weise verdienten sie zudem rund 12.000 Euro.

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