Frau wegen Missbrauchs der Tochter zu Bewährungsstrafe verurteilt

Von: ddp-nrw
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Neuss. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter hat das Neusser Amtsgericht am Donnerstag eine 40-jährige Frau zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Die zweifache Mutter hatte im Prozess gestanden, zusammen mit ihrem bereits zuvor zu drei Jahren Haft verurteilten Ehemann eine der beiden gemeinsamen Töchter in Sexspiele eingebunden zu haben. Die Angeklagte hatte dazu erklärt, sie habe aus Angst vor ihrem Ehemann dem Missbrauch der 14-Jährigen zugestimmt, sei dann aber später selbstständig zur Polizei gegangen und habe alles aufgedeckt.

Der zuständige Richter sprach von einem bizarren Sexualleben der Eheleute. Der bereits verurteilte Kranführer habe ständig Sex mit seiner Frau haben wollen, zudem habe die 40-Jährige Hilfsarbeiterin auch einmal im Monat für Arbeitskollegen „bereitstehen” müssen. Außerdem habe er sie auch angewiesen, barbusig vor ihrem Einfamilienhaus über die Straße zu laufen. Dies habe die Frau allerdings abgelehnt. Später habe sie dann aber zugestimmt, die 14-jährige Tochter der Familie in Sexspiele einzubinden. Laut Gericht hatte der Ehemann dies als „geeignete Aufklärungsmaßnahme” gesehen.

Mit einem Jahr Haft auf Bewährung lag das Gericht über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechs Monate Haft auf Bewährung für angemessen gehalten hatte. Der Richter sagte dazu, man müsse Kinder schützen und deutlich machen, dass es sich bei der Tat nicht um „Peanuts” gehandelt habe. Strafmildernd wurde neben dem Geständnis auch die Tatsache gewertet, dass eine Sachverständige der Angeklagten eine mindere Intelligenz und damit eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert hatte. Sie sei nicht in der Lage gewesen, sich gegen ihren Mann durchzusetzen.

Durch den Missbrauch war die Familie zerbrochen. Das gemeinsame Haus wurde verkauft, der Mann verlor seine Arbeit. Die Kinder leben im Heim. Die Eheleute haben sich inzwischen scheiden lassen.
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