Frau hält 300 Meerschweinchen in Wohnung

Von: Werner Breuer
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Meerschwein
270 Meerschweinchen haben Ordnungskräfte, Polizisten und Mitarbeiter des Tierschutzvereins am Samstagnachmittag aus einer Wohnung in der Aachener Hüttenstraße befreit. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Ein klassischer Fall von Animal Hoarding!” Birgit Wintersteller Kordic kennt das Phänomen, das Tierfreunden die Zahl ihrer Lieblinge irgendwann über den Kopf wächst.

Was die Tierschutzbeauftragte des Aachener Tierschutzverein am Samstag in Rothe Erde zu sehen bekam, passte offenbar in dieses Bild: Etwa 300 Meerschweinchen wuselten durch eine kleine Zweizimmerwohnung an der Hüttenstraße.

Anwohner hatten sich über die Geruchsbelästigung beklagt, die von der Wohnung im Erdgeschoss ausging. Und so machten sich Vertreter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung gemeinsam mit der Polizei auf die Suche nach der Ursache. Hinter der Wohnungstür entdeckten sie dann die stattliche Anzahl kleiner Tiere. „Alles war verdreckt und verkotet”, berichtet die ebenfalls herbeigerufene Tierschutzbeauftragte. Viele der Meerschweinchen seien ausgehungert und abgemagert gewesen, sie hätten schon diversen Unrat angeknabbert, der in den beiden Zimmern herumgelegen habe.

„Das war Rettung in allerletzter Sekunde”, meint Birgit Wintersteller-Kordic. Sie geht davon aus, dass die Tiere nicht länger als drei Tage alleine in der Wohnung hausten. Ein Tierhalter war jedenfalls am Samstag nicht aufzufinden. Bewohnt werden die beiden Zimmer nach Auskunft der Polizei von einer 41-jährigen Aachenerin, von der die Ordnungshüter auch am Sonntag noch nichts gehört hatten.

Die Meerschweinchen wurden unterdessen ins Aachener Tierheim gebracht - soweit man denn ihrer habhaft werden konnte. „Etwa 30 Tiere hatten sich so im Unrat versteckt, dass wir erst einmal nicht an sie herankamen”, berichtet Birgit Wintersteller-Kordic. Und so packte die Tierschutzbeauftragte zunächst 270 Meerschweinchen in die Transportkörbe. Im Tierheim hätten sie sich direkt auf das Futter und das Wasser gestürzt, erzählt sie. Gottlob seien alle Tierchen noch einigermaßen fit gewesen.

Im Aachener Tierheim allerdings reichten die Kapazitäten kaum für eine solche Anzahl von Neuzugängen. Die übrigen Bewohner hätten zusammenrücken müssen, sagt die Tierschutzbeauftragte. Die Enge währte allerdings nicht lange: Die Aachener wandten sich hilfesuchend an Tierschutzvereine in ganz Deutschland - und konnten die Meerschweinchen flott bei Mitstreitern unterbringen. „Nur die kleinsten und schwächsten Tiere haben wir bei uns behalten”, sagt Birgit Wintersteller-Kordic. Sie ist nun voll des Lobes für die gute Zusammenarbeit der Tierschützer-Kollegen in der ganzen Republik.
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