Forum Medizin: Vom Ultraschall zur Herzdruckmassage

Von: xen
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Eine Menge Geduld war gefragt: Im Seminarraum der Uniklinik nutzten viele Besucher das Programm „Rat & Hilfe“ zum Forum Medizin „Herzinfarkt und Erkrankungen der Herzkranzgefäße“.

Aachen. Die Halsschlagader weist zwar ein paar Ablagerungen auf, der Blutfluss ist aber einwandfrei – Vanarith Tan, Arzt im Uniklinikum Aachen, konnte Entwarnung geben: Dieser Besucher von „Rat & Hilfe“ des Forums Medizin sollte sich zwar alle zwei bis drei Jahre untersuchen lassen, braucht sich aber erst mal keine akuten Sorgen zu machen.

Aus dem „seltsamen Gefühl“ eine Sicherheit machen – das trieb wohl viele an, geduldig bei den Untersuchungen zu warten, bis sie an der Reihe waren. Neben einem Ultraschall der Halsschlagader gab es auch ein so genanntes „Herzecho“. Bei Privatdozent Dr. Ertunc Altiok, Oberarzt der Medizinischen Klinik I, konnte man den „EKG-Stab“ in die Hand nehmen. Nach 60 Sekunden weiß dabei der Arzt, ob das Herz des Probanden „geflimmert“ hat oder regelmäßig schlägt.

Doch auch an anderen Stellen des Seminarraums des Uniklinikums wurde an diesem Nachmittag Licht ins Dunkel gebracht: Im Falle der Qui-Bälle, die Ursula Appel-Deinert von der AOK mitgebracht hatte, war es rotes oder grünes Licht. Das mobile Biofeedback-Gerät misst den Puls und gibt durch farbiges Licht Aufschluss darüber, ob der Benutzer gerade angespannt oder entspannt ist. „Durch bewusstes Atmen kann man sein eigenes System beruhigen – auch mal zwischendurch“, gab Appel-Deinert den Besuchern mit auf den Weg. Gleichfalls bei der AOK konnte man lernen, wie ein Defibrillator funktioniert.

Bewegung bietet eine andere Möglichkeit der Entspannung. Qigong-Trainerin Silke Scheffmann leitete hierzu mehrere Runden mit speziellem Herz-Qigong an. Von Entspannung konnte bei den Notfallrettern des Rettungsdienstes hingegen keine Rede sein. 100 bis 120 Mal pro Minute kräftig auf den Oberkörper eines Rettungsdummies drücken – das ist zwar anstrengend, kann aber Leben retten. „Lieber eine Rippe brechen, als das Gehirn zu lange unversorgt lassen“, gaben die Sanitäter die Grundregel aus.

Um Bewegung geht es auch beim Herzsport, für den Privatdozent Dr. Dr. Mathias Burgmaier, Oberarzt in der Kardiologie des Uniklinikums, zusammen mit dem Stadtsportbund warb. „Die Wirkungen von Herzsport auf die Herzgesundheit vor und nach einem Herzinfarkt werden immer noch unterschätzt.“, meinte Burgmaier. Ob und wie man nach einer Herzerkrankung Herzsport betreiben sollte, müsse aber der behandelnde Kardiologe entscheiden.

Natürlich kam die Ernährung auch bei dieser Ausgabe von „Rat & Hilfe“ nicht zu kurz, denn mit einer gesunden Ernährung lässt sich die Herzgesundheit deutlich beeinflussen. Das Helene-Weber-Haus hatte verschiedene Öle zur Verkostung mitgebracht. Lilia Shkolnikova warb für die Verwendung von Raps-, Distel- und Olivenöl, „da bei diesen Ölen die Anteile von einfach ungesättigten Fettsäuren besonders hoch ist“. Andere Öle wie Lein- oder Sonnenblumenöl seien ebenfalls zu empfehlen. Schädlich wirkten sich die so genannten Transfette aus, die vor allem in Fertigprodukten zu finden seien. „Sie sind als gehärtete Fette deklariert“, informierte die Ernährungswissenschaftlerin.

„Rat & Hilfe“ wurde ganz wörtlich von Lutz Heisterbaum sowie von Martin Klutmann genommen: Während Heisterbaum auf die Arbeit der Herzstiftung aufmerksam machte, („Wir investieren in die Forschung, vor allem klären wir aber über die Gefahren von koronaren Herzerkrankungen auf.“), hatte der niedergelassene Kardiologe Klutmann seine Sprechstunde, die fleißig besucht wurde, in den Seminarraum verlegt.

So verließen die Besucher in diesem Fall das Uniklinikum zwar nicht mit einem gesünderen Herzen, aber doch mit viel Wissen, wie sie es dem Schwerstarbeiter in ihrem Körper etwas leichter machen können.

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