Forum Medizin: Herzinfarkt und Schlaganfall stehen im Mittelpunkt

Von: Sabine Rother
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Akute Gefahr! Der Notarzt muss unter der Telefonnummer 112 gerufen werden, wenn der Verdacht besteht, dass jemand einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erleidet.Foto: imago/wolterfoto

Aachen. Schlaganfall und Herzinfarkt – zwei massive, oft lebensbedrohliche Attacken, zwei Notfälle, die nicht aus „heiterem Himmel“ kommen und sofortiges Handeln verlangen, stehen im Mittelpunkt beim Forum Medizin von Aachener Zeitung und Uniklinikum Aachen am Dienstag, 23. Februar, 18 Uhr, im Großen Hörsaal 4.

Zuvor gibt es ab 15 Uhr im naheliegenden „Seminarraum“ ein vielschichtiges Programm unter dem Motto „Rat & Hilfe“ mit Untersuchungen, Arztgesprächen und Mitmachübungen.

Zwei Krankheitsbilder, eine Problematik: Jeder Verschluss (Stenose) eines Gefäßes bedeutet Lebensgefahr. Aber Warnzeichen werden gern ignoriert: etwa das zeitweilige Kribbeln im Arm, die kurzen Momente des Schwindels und der Sehprobleme, Herzrhythmusprobleme, Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette und hoher Blutdruck. Und plötzlich passiert es.

Löst ein Blutgerinnsel, das ein Herzkranzgefäß verstopft, den Herzinfarkt aus, so leidet der Betroffene unter extremen Schmerzen, und der Notarzt wird gerufen. Ein Gefäßverschluss im Kopf läuft stiller ab. Es kommt zu Lähmungen und Sprachstörungen. Das ist nicht weniger dramatisch. Die Zeit, in der man Schlimmeres verhindern kann, läuft. Je schneller fachliche Hilfe zum Einsatz kommt, umso mehr Gehirngewebe kann gerettet werden. „Time is Brain“, „Zeit ist Gehirn“ lautet der Appell, hier gleichfalls den Notruf 112 zu betätigen. Wenige Stunden entscheiden über das zukünftige Leben.

Warum das so ist, wie man Schädigungen verhindern kann und in der konkreten Situation reagieren sollte, darüber sprechen die Mitwirkenden beim AZ-Forum Medizin. Referenten sind diesmal vom Uniklinikum Professor Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Professor Karl Mischke, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Arno Reich und Cornelius Werner, Oberärzte der Klinik für Neurologie, Manfred Bauer, Facharzt für Allgemeinmedizin in Aachen, Stefan Beckers, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Stadt Aachen, Sergey Dockter, Diplom-Sportwissenschaftler, Qigong- und Yoga-Lehrer, Erik Skobel, Chefarzt der Reha-Klinik „An der Rosenquelle“ Aachen, und Kathrin Thiele, Leiterin von Herzsport-Gruppen.

„Die Rettungskette muss in jedem Fall stimmen“, betont Stefan Beckers. „Bei einem Schlaganfall neigen die Betroffenen dazu, zunächst zum Hausarzt zu gehen, aber das bedeutet Zeitverlust, der nicht mehr aufgeholt werden kann.“ Und Nikolaus Marx bestätigt, dass im Notfall Eile geboten ist. „Jeder dritte Infarkt-Patient stirbt, das darf man nicht vergessen.“ Immer wieder weisen Experten auf die bekannten Risikofaktoren hin – überhöhter Blutdruck, Rauchen, erhöhte Fettwerte, übermäßiger Alkoholgenuss, Probleme wie Diabetes, Rheuma, Herzerkrankungen (etwa Vorhofflimmern) erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, enorm, denn alle fördern die Gefäßschädigung. Für Betroffene gilt: Nach Infarkt oder Schlaganfall muss eine Verhaltensänderung stattfinden. „Infarktpatienten müssen regelmäßig Medikamente einnehmen“, betont Marx.

Den Menschen aufrichten

Gesunde Lebensführung, Umstellung der Ernährung, Gewichtsabnahme – all das kann dazu beitragen, den Körper nach einer Attacke wieder zu stabilisieren. Ohne Bewegung geht es nicht. „Bei Schlaganfall und Herzinfarkt sind nach Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht nur das Gehirn und das Herz, sondern Organe wie Milz, Leber und Magen betroffen, der gesamte Körper“, weiß Sergey Dockter. „Lebensstil und Ernährung spielen eine wichtige Rolle, aber besonders die Atmung. Es gibt viele Übungen, bei denen der Betroffene lernt, den Körper besser mit Sauerstoff zu versorgen.“

Ein speziell auf Herzpatienten abgestimmtes Programm, das von einem Arzt begleitet wird, bietet der Herzsport. „Wir nehmen den Menschen die Angst vor Bewegung“, sagt Trainerin Kathrin Thiele. Und eine Reha? „Je nach Schädigung wird ein individuelles Programm erstellt“, berichtet Erik Skobel, Leiter der Reha-Klinik „An der Rosenquelle“ in Aachen. „Es ist wichtig, Patienten zu informieren, ihnen zu erklären, was da überhaupt im Körper passiert ist.“

Letztlich ist es der Hausarzt, der den Überblick behalten sollte. „Ich sehe mich unter anderem als Koordinator zahlreicher Maßnahmen, von der Logopädie bis zur konkreten Versorgung des Patienten“, sagt Manfred Bauer. „In Familien, aber besonders bei allein lebenden Menschen ist die Situation häufig sehr schwierig.“

Haben Sie weitere Fragen? Im AZ-Forum Medizin antworten die Referenten. Sie können eine E-Mail mit Ihren Fragen senden an: s.rother@zeitungsverlag-aachen.de.

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