Flugzeugabsturz: Experten suchen nach der Ursache

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
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In unmittelbarer Nähe der Absturzstelle verläuft eine Freileitung. Ob sie etwas mit dem Unglück zu tun hat, ist noch offen. Foto: Ralf Roeger
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Den eingeklemmten Piloten aus der zerstörten Maschine zu befreien, gestaltete sich wegen auslaufenden Treibstoffs schwierig. Foto: Ralf Roeger
Flugzeugabsturz Erkelenz
Die Maschine war am frühen Montagabend auf dem Acker in Sichtweite des Flugplatzes niedergegangen, eine Augenzeugin alarmierte die Feuerwehr. Foto: Ralf Roeger

Erkelenz. Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs bei Erkelenz am Montagabend sind Experten auf der Suche nach der Unfallursache. Die einmotorige Maschine war in Sichtweite des Flugplatzes Erkelenz-Kückhoven unmittelbar neben einer Hochspannungsleitung auf einem Acker niedergegangen, der Pilot hatte mit schwersten Verletzungen überlebt.

Ein Experte der Bundesstelle zur Flugunfalluntersuchung (BFU) war noch am Abend aus Mönchengladbach an den Unfallort geeilt, um das Wrack zu untersuchen. Geprüft würden unter anderem der technische Zustand der Maschine, Gesundheits- und Ausbildungsstand des Piloten, sowie Wetter und die Situation am Unfallort, wie BFU-Sprecher Jens Friedemann unserer Zeitung sagte.

Die Überreste der Maschine sollten anschließend am Dienstagnachmittag abtransportiert werden. Mit den Ergebnissen wird allerdings erst in einigen Wochen gerechnet, wie Friedemann erläuterte: „Sie werden voraussichtlich Anfang Juli im BFU-Bulletin auf unserer Interneseite veröffentlicht.“

Eine Anwohnerin hatte das Unglück gegen 18.02 Uhr beobachtet und die Notrufnummer gewählt. Die herbeigeeilten Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr Erkelenz und Rettungsdienst fanden das total zerstörte Ultraleichtflugzeug auf Rücken liegend auf einem Feld zwischen Venrath und Kaulhausen, rund 300 Meter neben der Kreisstraße 30. Die Nase der in Frankreich zugelassenen MCR-01 hatte sich ins Erdreich gebohrt, die Tragflächen waren durch den Aufprall abgerissen. Die Maschine war direkt neben einem Freileitungsmast aufgeschlagen.

Die Rettung des lebensgefährlich verletzten Piloten gestaltete sich zunächst schwierig, weil aus dem Wrack Treibstoff auslief. Mit Hilfe von Löschschaum konnte die Feuerwehr die Brandgefahr bannen und dann den Eingeklemmten befreien, wie der Dienstgruppenleiter der Erkelenzer Wehr, Markus Klassen, gegenüber unserer Zeitung erklärte. Die Sprengpatrone für das sogenannte Rettungssystem, ein übergroßer Fallschirm für das gesamte Flugzeug, wurde von einem Experten des Flugplatzes gesichert.

Der Flugzeugführer, ein 61-jähriger Mann aus Düsseldorf, wurde mit dem Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 ins Klinikum nach Aachen geflogen. Er war erst etwa eine Stunde zuvor in Erkelenz-Kückhoven gestartet. Der ebenfalls alarmierte Rettungshubschruber SAR 41 der Bundeswehr konnte wieder zurückgeschickt werden, weil es keinen zweiten Verletzten gegeben hatte, was zunächst befürchtet worden war. Zum Zustand des Verletzten hatte die Polizei am Dienstag noch keine Informationen.

Ob eine technische Panne oder menschliches Versagen Ursache des Unglücks war, steht noch nicht fest. „Das Rettungssystem der Maschine hat nicht ausgelöst“, sagte der Sprecher der Polizei Heinsberg, Jürgen Heitzer. Unmittelbar in der Nähe der Absturzstelle verläuft eine Hochspannungsleitung; ob der Pilot etwa im Landeanflug den Leitungen ausweichen wollte oder die Maschine sie gar berührt hat, bleibt offen.

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