Flughafen Düsseldorf erwartet höhere Haftung für Brand

Von: dpa
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Düsseldorf. Fast 15 Jahre nach dem verheerenden Feuer am Düsseldorfer Flughafen kommen auf die Betreibergesellschaft höhere Entschädigungszahlungen zu. In einem Rechtsstreit zwischen Airport und einer Baufirma machte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag deutlich, dass es die Hauptverantwortung für die Brandkatastrophe beim Flughafen sieht.

Das Feuer vom 11. April 1996 hatte 17 Menschen getötet und 88 verletzt.

Die Richter müssen in dem Berufungsverfahren klären, in welchem Umfang die beiden Parteien für die damals von den Versicherungen erstatteten Schäden haften müssen. Es geht um 30 Millionen Euro. Das Urteil soll am 11. Januar verkündet werden.

Nach einer ersten Einschätzung der Richter soll der Flughafen für drei Viertel der Schäden haften. Die Baufirma aus dem westfälischen Lünen müsste demnach den Rest übernehmen. In erster Instanz hatte das Landgericht Düsseldorf im vergangenen Jahr den Schadenersatz je zur Hälfte auf Flughafen und Baufirma verteilt. Denn beide Seiten hätten grob fahrlässig gehandelt.

Das Oberlandesgericht sieht das zwar grundsätzlich genauso, wertet den jeweiligen Schuldbeitrag aber anders. Einerseits hätten Arbeiter der Baufirma mit Schweißarbeiten den Brand ausgelöst, weil sie Unfallverhütungsvorschriften ignoriert hatten. Andererseits habe sich das Feuer nur ausbreiten können, weil baurechtswidrig 20 Jahre zuvor entflammbare Dämmplatten eingebaut worden waren. Damit habe der Flughafen nicht nur grob fahrlässig gehandelt, sondern auch gegen die Verkehrssicherungspflicht verstoßen, betont das Oberlandesgericht.

Insgesamt waren nach dem Brand Regressforderungen in Höhe von 150 Millionen Euro gestellt worden. In dieser Höhe waren Fluggesellschaften, Mietwagenfirmen und Geschäftsleute von den Versicherungen für Schäden, Verdienstausfälle und Mehrkosten entschädigt worden.

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