Aachen - Flüchtlingskinder als Sternsinger?

Flüchtlingskinder als Sternsinger?

Von: Elke Silberer
Letzte Aktualisierung:
11437047.jpg
Öffnet das Sternsingen auch für Flüchtlingskinder: Klaus Krämer, Präsident des Aachener Kindermissonswerks Die Sternsinger.

Aachen. Flüchtlingskinder können bei der katholischen Sternsingeraktion mitmachen. Kinder und Jugendliche hätten schon immer über die katholischen Pfarrgemeinden hinaus Freunde zum Mitmachen eingeladen.

„Diese Einladung richtet sich nun in vielen Gemeinden an Kinder, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind“, sagt der Präsident des Kindermissionswerks Klaus Krämer im Interview. Die bundesweite Eröffnung der Aktion findet am 29. Dezember in Fulda statt. Sie thematisiert den Respekt gegenüber Kindern weltweit.

Bei der letzten Aktion hatten die Sternsinger 45,5 Millionen Euro für Kinder in Not gesammelt. Das Geld kommt auch Flüchtlingskindern in den großen Flüchtlingsregionen der Welt zugute, etwa im Nahen Osten, Lateinamerika und Kolumbien.

Der 51-jährige Klaus Krämer ist seit 2008 Präsident des Missionswerks Missio Aachen und seit 2010 Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.

Herr Krämer, dürfen Flüchtlingskinder anderen Glaubens Sternsinger sein?

Krämer: Die Sternsingeraktion ist eine Aktion der Kinder in Deutschland für Kinder in aller Welt. Sie richtet sich zuerst an die Kinder und Jugendlichen unserer katholischen Pfarrgemeinden. Es war aber schon immer ein schönes Zeichen, dass die Sternsinger über die Grenzen ihrer Gemeinden hinaus Freunde zum Mitmachen eingeladen haben. Diese Einladung richtet sich nun in vielen Gemeinden an Kinder, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind.

Das schließt muslimische Kinder mit ein?

Krämer: Wesentlicher Inhalt des Sternsingens ist, dass der weihnachtliche Segen und damit die weihnachtliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes und dem Heil für alle Menschen in die Häuser getragen wird. Dies wird sich ein Muslim aus seiner eigenen religiösen Grundhaltung heraus nicht immer ohne weiteres zu eigen machen können. Dem müssen wir mit Respekt und Sensibilität begegnen. Besonders bei Kindern müssen wir darauf achten, dass nicht der falsche Eindruck entsteht, dass jemand gegen seine Überzeugung vereinnahmt wird. Vor allem müssen auch die Eltern mit einbezogen sein.

Wie viele Flüchtlingskinder werden jetzt mitgehen?

Krämer: Es hat vereinzelte Anfragen von den Pfarren an uns gegeben. Wir machen jetzt erste Schritte und erste Erfahrungen des Aufeinanderzugehens. Dann werden wir sehen, inwieweit auch Interesse von Flüchtlingsfamilien besteht, sich an solchen Aktionen zu beteiligen. Wir dürfen nichts übereilen und müssen uns Schritt für Schritt aufeinander zu bewegen.

Werden die Sternsinger auch Flüchtlingsfamilien besuchen?

Krämer: Die Sternsinger besuchen alle Menschen, die in einer Stadt oder einem Dorf zusammenleben. Und dazu gehören jetzt auch Flüchtlingsfamilien. Ich denke es ist ein schönes Zeichen, wenn die Sternsinger dort anklopfen und ihre Grüße zum neuen Jahr überbringen, ihnen Gottes Segen für das neue Jahr wünschen. Das ist eine Geste der Zuwendung und eine Geste, andere mit einzubeziehen in das Leben der Gemeinschaft.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert