FlicFlac: Eine Show, die mit dem Feuer spielt

Von: Lukas Franzen
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Waghalsige Show: Die Jungs von „AirFours One“ zeigen, was Motocross Freestyler am liebsten machen: fliegen. Fürs Publikum ein Auftritt mit echtem Gänsehautfaktor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein schwarzes Zelt, roter Teppich, donnernde Gitarrenriffs, knapp bekleidete Artisten: Bunte Clowns und große Tiere sucht man im Zirkus Flic Flac vergebens. So war es beim Auftakt der Show auf dem Bendplatz im Vorjahr. Und so ist es auch Freitag bei der Premiere der zweiten Ausgabe.

Dafür findet man eine gute Mischung aus waghalsigen und lustigen, lauten und (manchmal) leisen, kuriosen und magischen Momenten, die die Zuschauer in ihren Bann zieht.

Feurig

Schon nach dem ersten Programmpunkt „Feuertanz“ ist jedem Zuschauer klar, warum das neue Programm von Flic Flac den Namen „Schöne Firetage“ trägt. Mit Fackeln ziehen die Künstler in die Manege ein. Glocken läuten, dann setzen harte Gitarrenklänge ein.

Zwei weibliche Engel betreten das Zelt. Das Kleid einer Frau fängt Feuer. In Flammen stehend, dreht sie eine Pirouette nach der anderen, als ob nichts wäre. Und sie ist natürlich nicht die letzte Artistin, die an diesem Abend buchstäblich mit dem Feuer spielt.

Waghalsig

Wer gekommen ist, um spektakuläre, ja todesmutige Einlagen zu erleben, muss an diesem Abend nicht auf die „AirFours One“ warten. Die vier Artisten mit ihren Crossmotorrädern, für die sogar die Zuschauer in den vorderen Reihe ihre Plätze räumen müssen, sind zwar der unbestrittene Höhepunkt am Ende der Show. Doch auch vorher vollbringen Menschen mit purer Muskelkraft und Perfektion Unglaubliches.

Das weibliche „Air Trio“ präsentiert zu dritt in einem stählernen Sechseck, genannt „Dreimädelhaus“, in schwindelerregender Höhe sekündlich wechselnde Figuren. Geoffrey Berhaults „Drahtseilakt“ kommt auf eben diesen dünnen Seilen daher wie lockere Sprünge auf einem breiten Trampolin. Richtige Trampoline sind es, auf denen die zwei Frauen und vier Männer von „Wall Street“ das Publikum begeistern. In Sträflingskostümen zeigen die Kanadier, wie leicht es ist, die Gefängnismauer zwischen ihren Trampolinen zu überwinden und dabei noch eine gute Figur zu machen.

Lustig

Auch wenn es bei Flic Flac keinen klassischen Zirkusclown gibt, ist der Mensch für die lustigen und skurrilen Momente bei der Vorstellung nicht vergessen worden. Steve Rawling aus England, mehr Comedian als Clown, trägt einen schwarzen Anzug und ein schwarzes Hemd und bemerkt selbstironisch in feinstem englischen Akzent: „Ich bin zwar nicht gut, aber der beste in meiner Preisklasse.“ Und wenn nicht gerade sein Anglerhut Feuer fängt, jongliert der „Ersatzclown“ wahlweise mit einem Tisch, einem Stuhl und einem Blumenstraus oder Pingpongbällen, die er sich vorher in den Mund gestopft hat.

Magisch

Noch geschickter präsentiert sich Jongleur Pierre Marchand, der seine Diabolos in derartige Höhen befördert, dass sie nur haarscharf die Decke des Zirkuszelts verfehlen. Und selbst bei Dunkelheit beherrscht Marchand sein magisches Handwerk in Perfektion. Mit Lasern statt Jonglierstäben sorgen die „Lazerwizards“ für Bilder, wie man sie sonst nur in Science-Fiction-Filmen sieht.

Wie von einem anderen Stern kommen auch die „Bionic Brothers“ daher, wenn sich die beiden Handstandakrobaten im Zeitlupentempo dehnen und einer den anderen stemmt. Dass das deutsche Duo „Get the Shoe“ nicht nur jongliert, sondern dabei auch noch kämpft, ist schon beeindruckend genug. Dass am Ende der vermeintliche Bösewicht im schwarzen Outfit gegen den Guten im weißen Outfit gewinnt, ist typisch Flic Flac und passt gleichzeitig in die feurige Szenerie dieses kraftvollen Zirkuserlebnisses.

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