„Fitness Bootcamps“: So macht Zirkeltraining Spaß

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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„Wildseil“ und Liegestütz: Das Training im Aachener Stadtgarten ist schweißtreibend. Foto: Kinkel-Schlachter
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Im „Fitness Bootcamp Aachen“ ist Trainer David Dückers kein „Drill Instructor“, sondern Motivator. Trainiert wird immer in Kleingruppen. Foto: Kinkel-Schlachter

Aachen. Bootcamp, das ist ein Trainingslager für Rekruten. Bootcamps werden aber auch umgangssprachlich Einrichtungen genannt, in denen Straftäter, Drogensüchtige und verhaltensauffällige Jugendliche (um-)erzogen werden.

Die Bezeichnung „boot“ kommt von den schweren und harten Stiefeln, die in solchen Camps getragen werden müssen. Boot ist außerdem eine ältere US-amerikanische Bezeichnung für Rekruten in der Grundausbildung. Der Ton im Bootcamp ist rau, das Training hammerhart – hier wird einem nichts geschenkt.

Ohne Stiefel, mit Körpereinsatz

Geradezu harmonisch sieht dazu die Beschreibung des aktuellen Trends aus: „Fitness Bootcamp“ heißt Gruppentraining in der freien Natur und an der frischen Luft. In einem Ganzkörper-Training mit Hilfsmitteln aus der Natur stehen natürliche Bewegungsformen im Vordergrund. Und natürlich der Spaß daran, außerhalb der stickigen Atmosphäre geschlossener Trainingsräume mal so richtig Gas zu geben. Also kein Drill? Kein Matsch? Gemütliches Gruppen-Training inklusive Schwätzchen? Von wegen! Das gibt es beim „Fitness Bootcamp Aachen“ dann doch nicht, aber ist ja auch irgendwo klar, wozu sonst die Bezeichnung „Bootcamp“?

„Bootcamp ist ein moderner Begriff, der aber schon aussagt, dass es hier zur Sache geht“, sagt David Dückers. Er ist der Mann hinter dem Bootcamp, bietet es seit über einem halben Jahr an. Schwere, harte „Boots“ hat er nicht an, und auch sonst kommt er einfach nur sympathisch rüber. „Es geht nicht um Drill und Anschreien. Motivation und Ansporn stehen im Vordergrund“, erklärt der Personal Trainer und Ernährungsberater. Er hat das „Fitness Bootcamp“ vor allem als Alternative zum Indoor-Training konzipiert – also raus aus den miefigen Trainingsbuden und rein in die freie Natur. Der Wald hat schließlich alles zu bieten, was man für ein effektives Training braucht.

„Ich habe gemerkt, dass die Leute einfach wieder mehr Bock haben nach draußen zu gehen“. Neben Dückers‘ Bootcamp gibt es noch einen weiteren Anbieter in Aachen, dessen Konzept in vielen Städten umgesetzt wird. Bei David Dückers ist das alles noch viel überschaubarer, sein Standort ist Aachen, und bei der heutigen Trainingseinheit im Stadtgarten gibt‘s statt Boots und Drill gute Laune, Lust und Schweiß. Die 35-jährige Ivonne hat schon fünf Kilo abgespeckt und kommt gerne, „weil es so abwechslungsreich ist“. Dückers‘ Workout, also die Übungen, variiert von Woche zu Woche, „so dass man immer eine neue Herausforderung hat“. Eine langfristige Mitgliedschaft braucht nicht eingegangen zu werden, das Bootcamp erstreckt sich über zwölf Wochen.

Verbesserung der Ausdauer

Heute sind acht motivierte Sportler am Start: Beim Warmup rotieren die Körperteile; die Arme kreisen, Ellenbogen, Handgelenke, Knie – alles ist im Fluss. Nach dem Aufwärmen beginnt das Zirkel- und Stationstraining. „Für optimale Ergebnisse in den Bereichen Gewichtsverlust, Muskelaufbau, Leistungs- und Ausdauerverbesserung sorgen Übungen aus dem Functional Training“, so Dückers.

Praktisch sieht das so aus: In Zweierteams gilt es sieben Stationen zu packen. Sie bestehen aus Ball- und Rückentraining, einem Reaktionstraining gepaart mit Schnelligkeit sowie einer Einheit für Arme, Brust, Bauch und Rücken. Nach dieser fiesen Liegestütz-Station toben sich die Teilnehmer am „Wildseil“ aus. Schulter und Arme werden hier trainiert, so langsam werden die Blicke verbissener. Beim Stützstand wird abgeklatscht, eine „tolle Übung für die Rumpfstabilität“, sagt Trainer David, hier machen die ersten schlapp.

Allerdings nur für einen Moment, weiter geht‘s nach dem nächsten Pfiff zum gemeinsamen Rudern, das stärkt den oberen Rücken. Sieht aus, als ob die Teams den Baum, um den das Seil gelegt ist, mit purer Menschenkraft zum Umfallen bewegen wollen... Die Bank ist die letzte Station – endlich Pause? Nix da! „Mountain Climbers“ sind angesagt, eine hochintensive Ausdauerübung.

Nach 15 Minuten Warmup, 20 Minuten effektivem Zirkeltraining und 15 Minuten Cooldown sind Schweiß und Stöhnen vorbei und verschwindet das Rot auf den Köpfen wieder. Jutta macht seit vier Wochen mit, bei Wind und Wetter ist sie draußen und stört sich nicht an Liegestützen im Matsch. „Mich überzeugt diese Kombi: Es ist draußen, und es ist kurz und knackig“, sagt sie. Und Robert fügt lachend hinzu: „Ich quäl‘ mich gerne – es ist ein sehr guter Ausgleich zum Job!“

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