FHs erschweren Zugang nicht

Von: Wilfried Goebels
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Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) spricht bei einer Pressekonferenz am 05.11.2012 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Die nordrhein-westfälische Landesregierung will der Wohnungsnot von Studenten begegnen. Ein neues Förderprogramm soll den Markt für Studentenwohnungen in Hochschulregionen entlasten. Foto: Daniel Naupold/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Düsseldorf. Die Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs 2013 müssen sich nicht auf einen schärferen Numerus clausus (NC) an den nordrhein-westfälischen Fachhochschulen (FH) einstellen. „Wir haben massiv Kapazitäten aufgebaut bei Personal und Gebäuden“, sagte der Sprecher der Fachhochschulkanzler, Heinz-Joachim Henkemeier, am Donnerstag in Düsseldorf.

Allerdings gebe es an den 20 staatlichen und staatlich refinanzierten Fachhochschulen des Landes bereits einen NC auf allen Fächern, sagte der Vorsitzende der FH-Rektorenkonferenz, Martin Sternberg. Teilweise liege er allerdings bloß bei einer Abiturnote von 3,8 und sei tatsächlich keine Zulassungsbeschränkung. Das Instrument sei dennoch nötig, um den Studierenden angemessene Bedingungen gewährleisten zu können.

Die Fachhochschulen sehen sich zwar gerüstet für den doppelten Abiturjahrgang, beklagen aber eine mangelnde Anpassung der staatlichen Grundfinanzierung und fürchten um ihre Autonomie. Die geplante Hochschulnovelle der rot-grünen Landesregierung ist aus ihrer Sicht ein Rückfall in die 80er Jahre. Und so laufen die Rektoren der NRW-Fachhochschulen Sturm gegen Pläne der Landesregierung, die Hochschulen wieder an die „kurze Leine“ zu nehmen.

Mit dem geplanten Hochschulgesetz wolle NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) stärker in die Hochschulen hinein regieren und auch die Personal- und Wirtschaftsführung im Detail regeln, kritisierte Sternberg. Ministerin Schulze verlangt angesichts der vier Milliarden Euro Landesförderung im Jahr mehr Transparenz der Hochschulen.

Die 20 staatlich finanzierten Fachhochschulen verwiesen aber auf eine Vielzahl von Berichtspflichten, die gegenüber Landesregierung und Landtag längst erfüllt würden. Deshalb sei der Vorwurf, es gebe einen „Blindflug bei der Mittelverwendung“, unzutreffend. Kanzlersprecher Henkemeier kritisierte die unzureichende Finanzierung der Hochschulen. Obwohl die Studentenzahlen seit Wegfall der Studiengebühren um zwölf Prozent gestiegen seien, erhielten die Hochschulen weiter eine Kompensation für den Gebührenausfall von nur 249 Millionen Euro im Jahr.

Die Eckpunkte für das neue Hochschulgesetz sehen etwa einen Hochschulentwicklungsplan vor, der verbindliche Vorgaben für die gesamte Hochschullandschaft machen soll. Künftig sollen die Hochschulräte nur noch die Aufsicht der Hochschulleitungen übernehmen. Dienstvorgesetzter soll dann wieder das Land werden. Durch Rahmenvorgaben will Ministerin Schulze die Kontrolle verschärfen. Die FHs vermissen aber eine strategische Generallinie der Ministerin. So fehlten Öffnungsklauseln für neue Kooperationen mit Universitäten sowie für internationale Bündnisse von Hochschulen.

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