FH-Studie „entlarvt Stromlüge”

Von: René Benden
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Atomkraft
Eine Studie des Solarinstituts Jülich der Fachhochschule Aachen hat während der Koalitionsverhandlungen um längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke für Wirbel gesorgt. Foto: ddp

Aachen. Eine Studie des Solarinstituts Jülich der Fachhochschule Aachen hat während der Koalitionsverhandlungen um längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke für Wirbel gesorgt.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte am Freitag die Pläne von Union und FDP scharf, die Laufzeitbegrenzung für Atom-Meiler komplett zu streichen. „Deutschland braucht für eine sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke”, sagte DUH-Geschäftsführer Rainer Baake. Dies gehe aus einer Studie der FH-Aachen deutlich hervor. „Das neue Gutachten entlarvt das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne”, polterte Baake in Berlin.

In Aachen waren die FH-Verantwortlichen überrascht, im Zuge des Berliner Koalitionspokers derart ins öffentliche Interesse zu geraten. Denn immerhin handelt es sich bei der zitierten Studie um eine Arbeit, die das Bundesumweltministerium bereits vor rund zwei Jahren in Auftrag gegeben hatte und die noch nicht abgeschlossen ist.

Die Deutsche Umwelthilfe zitierte aus einem Zwischenbericht des Jülicher Solarinstituts, der bereits auf der Internetseite des Ministeriums aufgetaucht war und als Datei heruntergeladen werden kann. „Der Zwischenbericht liegt vor und kann eingesehen werden. Dem ist nichts hinzuzufügen,” sagte FH-Rektor Marcus Baumann.

In der der Untersuchung des Solar-Instituts Jülich wird am Atomausstieg festgehalten. Zusätzliche Kohlekraftwerke sollen nicht mehr errichtet werden. Lücken in der bis 2020 auf gut 35 Prozent ansteigenden Strombereitstellung aus regenerativen Energien sollen stattdessen mit Erdgaskraftwerken gedeckt werden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte am Freitag angekündigt, dass Union und FDP die Laufzeitbegrenzungen der Atomkraftwerke komplett streichen wollen. Widerstand dagegen regt sich nun ausgerechnet bei der FDP in Schleswig-Holstein. Dort stehen die pannenanfälligen Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel, die FDP-Landeschef Jürgen Koppelin lieber heute als morgen schließen würde. „Eine Verlängerung von Laufzeiten nimmt daher nur den Druck, in erneuerbare Energie zu investieren,” so Koppelin.
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