Feuerwehrleute suchen Kick: Selbst Feuer gelegt

Von: hau
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Feuerwehr Symbol Foto: Carsten Rehder/dpa
Weil Feuerwehrleute den Kick beim Ausrücken gesucht haben, legten die Männer selbst Feuer. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Maastricht. Es war der Klassiker: Weil sie in ihrer Heimat, der Region um den Ort Onderbanken in der Provinz Limburg, Angst und Schrecken verbreitet hatten, wurden jetzt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr durch das Gericht in Maastricht zu Haftstrafen verurteilt.

Zwei von ihnen wurden für schuldig befunden, mehrere Feuer in der Gemeinde zwischen Sittard und Brunssum, nahe der deutschen Grenze, gelegt zu haben, dabei entstand großer Sachschaden. Ein dritter Mann, 24 Jahre alt, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Die Taten ereigneten sich im Juli und August 2014, unter anderem brannte ein leerstehendes Lokal in Schinveld völlig aus. Ein 29-Jähriger erhielt wegen drei Brandstiftungen 18 Monate Freiheitsentzug, seine Untersuchungshaft wird angerechnet.

Sogar sechs Mal hatte sein Kollege gezündelt, ihm wurden deshalb zwei Jahre Haft auferlegt. Das Gericht hielt den Angeklagten vor, dass Brandstiftungen zu den schwersten Delikten des Strafgesetzbuchs gehören, weil sie zu einschneidenden Folgen für Menschen und Gütern führen können. Die Brandserie hatte zu erheblicher Unruhe in der Bevölkerung geführt.

Desaströse Folgen

Die zwei Männer hätten den Kick beim Ausrücken gesucht und durch ihr Verhalten das Vertrauen der Bevölkerung in die Hilfskräfte erheblich beschädigt, führte das Gericht aus. Feuerwehrleute hätten schließlich eine Vorbildfunktion und müssten geradezu unter Einsatz ihres Lebens dazu beitragen, Menschen zu beschützen. Außerdem hätten sie für ihre Taten öffentliche Gerätschaften zweckentfremdet, schließlich hätten während der von ihnen verursachten Straftaten auch andere Gefahrensituationen entstehen können, mit desaströsen Folgen für die Betroffenen.

Die Haftstrafen müssten deshalb ein deutliches Zeichen an die Allgemeinheit aussenden, dass es sich bei Brandstiftungen, zumal durch Wehrleute, um ein schwerwiegendes Vergehen handele. Zugunsten der Angeklagten wurde nach Berichten niederländischer Medien gewertet, dass sie lange auf ihren Prozess warten mussten und nicht vorbestraft waren.

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