Festprogramm und hohe Gäste: 50 Jahre Medizinische Fakultät der RWTH

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
12432019.jpg
Die Medizinische Fakultät feiert: (v.li.) Professor Josef Pfeilschifter, Rektor Ernst Schmachtenberg, Dekan Professor Stefan Uhlig, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Professor Thomas Ittel, Ministerin Svenja Schulze und der SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eine virtuelle Zaubershow, ein Dekan, der auf offener Bühne einen Luftsprung vollführt, und eine Ministerin im rotweißen Sommerkleid, die sich mit ihrem Vornamen ansprechen lässt und mitzaubert: Zu ihrem 50. Geburtstag leistete sich am Freitag die Medizinische Fakultät der RWTH Aachen ein abwechslungsreiches, kluges wie heiteres Programm.

Professor Stefan Uhlig, Dekan der Fakultät, eröffnet den Reigen der Grußworte, und die Freude ist ihm anzusehen, als er Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, ankündigen kann. Zunächst beantwortet er eine häufig gestellte Frage: Was bedeutet das von schwarzen Linien in grüne, blaue und schwarze Recht-ecke geteilte Titelbild der Festschrift? Es ist die Abstraktion des Klinikum-Gebäudes mit den drei „Türmen“ der Fakultät: Patientenversorgung, Forschung, Lehre.

„Die Medizinische Fakultät ist ein Erfolgsmodell“, betont die Ministerin und meint: „In Aachen hatte man den Mut, etwas Neues, Unbekanntes auszuprobieren.“ Sie meint damit nicht nur die Verbindung von Medizin und Technik, sondern auch die Entwicklung eines Reformstudiengangs für die Medizin, den der Wissenschaftsrat als Regelstudiengang der Zukunft empfohlen hat. Und es geht weiter: „Wir werden 420 Millionen Euro in die Hand nehmen, um bis 2020 das Medizinische Modernisierungsprogramm zu finanzieren“, bestätigt Svenja Schulze.

Oberbürgermeister Marcel Philipp hört das gern und wirft einen Blick zurück in das Jahr 1966, als rund 1000 Beschäftige den Dienstherrn wechselten. „Man sagt, das sei eines der besten Geschäfte gewesen, die die Stadt je gemacht hat“, sorgt er für Heiterkeit im Publikum.

Als Professor Ernst Schmachtenberg ans Mikrofon tritt, knackt es vernehmlich. „Wir sind eben Technische Hochschule“, lächelt er. Schmachtenberg durchleuchtet 50 Jahre der großen Veränderungen, Forschungen und des nicht immer einfachen Zusammenwirkens von Technik und Medizin in einer Fakultät, in denen sich die Zahl von ursprünglich 18 auf 116 Professoren gesteigert hat. Danach spricht Professor Thomas Ittel, Ärztlicher Direktor der Uniklinik, anschaulich von der „Schubkraft“ dieser Hochschulmedizin, die weiterhin nur eine Richtung kennt: nach vorn.

Highlights der Forschung und Versorgung hat das Medienzentrum in einem kurzweiligen Film zusammengefasst: Hier erklären noch vor den Experten die schlauen „Dingsda“-Kinder – etwa Telemedizin oder das Kunstherz. Und noch ein Geschenk zum Geburtstag: Professor Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereich Medizin an der Goethe-Universität Frankfurt, sorgt in seinem Festvortrag für eine abenteuerliche Reise zwischen gestern und morgen, zwischen einer Zeit, als die Steinschneider noch auf dem Marktplatz Kunden suchten, hin zum utopischen Biohybridorgan.

Das alles ist extrem gehaltvoll, wird von Pfeilschifter aber luftig-heiter aufgemischt. Selbst für Frankfurt am Main gehöre Karl der Große zu den wichtigsten „Geistern“ der Vergangenheit – schließlich sei er Stadtgründer an der berühmten „Furt“ im Main. War die Krone des Frankenherrschers wirklich Vorbild für den „Frankfurter Kranz“? Vielleicht. Nicht die Buttercremetorte, sondern ein Dekoexemplar, das mit über 6000 Pailletten golden glitzert, ist Gastgeschenk für die Fakultät. Im Austausch überreicht Uhlig eine mächtige Printe mit 50-Jahr-Logo.

Flotte Musik von Uwe Rösslers Tiffany-Ensemble lockert Wissenschaft und Politik gründlich auf. Und Christoph Wilke, grandioser Magier mit Charme und Meister des Tablet, beweist, dass selbst beim Zaubern die Digitalisierung längst Einzug gehalten hat. Sein Entfesselungstrick gelingt, und Uhlig muss sein Versprechen einlösen: den Luftsprung. „Svenja“ wird derweil zur talentierten Zauberer-Assistentin befördert wird. Viel Applaus!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert