Aachen/Würselen - Festnahmen, Drogenfund und ein toter Pitbull bei Razzia gegen Rocker

Festnahmen, Drogenfund und ein toter Pitbull bei Razzia gegen Rocker

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
17005399.jpg
Zum Clubheim der Hells Angels in Broichweiden gelangten die Einsatzkräfte der Polizei über den Nachbargarten. Foto: Ralf Roeger
SEK
Auch in Broichweiden war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz. Foto: Königs
Razzia
Foto: Weinberger
Bushof
Laut Informationen der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Einsatz gegen Rocker. Foto: Weinberger
SEK
Im Rahmen des Einsatzes wurde auch eine Gaststätte durchsucht. Foto: Weinberger

Aachen/Würselen. Eine sichergestellte Schusswaffe, mehr als ein Kilo Marihuana, ein toter Hund und acht vollstreckte Haftbefehle: Das ist das Ergebnis einer konzertierten Aktion der Aachener Staatsanwaltschaft im Rockermilieu in der Region am Mittwochmorgen.

Wie Staatsanwältin Katja-Schlenkermann-Pitts mitteilte, wurden 16 Objekte in Aachen, Würselen, Bonn und Hamm durchsucht. Im Fokus standen Personen aus dem Dunstkreis der Hells Angels.

Hauptaugenmerk bei der Razzien im Aachener Raum lag dabei auf dem Clubheim des Hells Angels MC Aachen in Broichweiden, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. „Im Laufe der verdeckt geführten Ermittlungen, die im Rahmen umfangreicher Maßnahmen zum Zugriff geführt haben, konnte festgestellt werden, dass das Aachener Charter von höherer Ebene des Hells Angels MC ,ruhend gestellt‘ worden war“, sagt Schlenkermann-Pitts. Die Aachener Mitglieder seien von sämtlichen Club-Aktivitäten ausgeschlossen gewesen. Gleichwohl hätten sie das Vereinsheim behalten und die Rauschgiftgeschäfte fortgeführt.

Dort wurden mehr als ein Kilogramm Marihuana sowie eine Schusswaffe sichergestellt. Der Zugriff erfolgte über den Garten des Nachbargebäudes und über ein eingeschlagenes Fenster. Ein Pitbull, der sich auf dem Grundstück befunden hatte, wurde bei dem Einsatz erschossen. Mehrere Augenzeugen hatten das tote Tier auf der Straße sehen, Anwohner berichteten von Schüssen. Der Hund wurde getötet, weil er Polizisten angegriffen habe, erklärt Schlenkermann-Pitts.

In Aachen wurden zwei Lokale durchsucht, eines im Ostviertel, das andere am Bushof. Dabei nahmen die Einsatzkräfte, die auch Spürhunde dabei hatten, unter anderem einen großen Flachbildfernseher in Beschlag.

Ermittelt wurde seit Juni

Seit Juni 2017 wird gegen Personen ermittelt, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Aachener Ostviertel einen „schwunghaften Rauschgifthandel“ betreiben. Gegen mehrere Mitglieder der Gruppe, von denen die meisten als Mitglieder oder Sympathisanten der Hells Angels in Erscheinung getreten waren, hatte das Amtsgericht Haftbefehl wegen bandenmäßigen Handels mit Marihuana und Kokain erlassen, sagt Schlenkermann-Pitts. Acht dieser Haftbefehle konnten mittwochs vollstreckt werden. Die Beschuldigten im Alter von 20 bis 37 Jahren wurden noch am selben Tag dem Haftrichter vorgeführt.

Dass die Rocker in Aachen öffentlich so wenig in Erscheinung treten, liege an der wirkungsvollen Arbeit der Polizei vor Ort, unter anderem regelmäßiger Kontrollen der einschlägigen Lokale, erklärt Polizeisprecher Paul Kemen. „Wir stehen denen auf den Füßen.“

 

Die Homepage wurde aktualisiert