Fernreisen verkauft, die nicht existierten

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Eine kriminelle Bande hat 2005 ahnungslose Reisewilligen betrogen, indem sie Fernreisen verkaufte, die nicht existierten.

Die Reisen waren von Aachen aus deutschlandweit im Videotext von privaten Fernsehsendern angeboten worden. Weil der 37-jährige Werftarbeiter Hakan Ö. aus Rotterdam bei der Abzocke „nur” ein Gehilfe war, kam er am Freitag vor der 1. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht mit einer zweijährigen Haftstrafe davon. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Arno Bormann setzte die Strafe zur Bewährung aus, weil der Niederländer türkischer Abstammung selbst Opfer der rücksichtslosen Methoden seiner „Geschäftspartner” wurde.

Die Masche war einfach, sogar so einfach, dass die drei Mittäter von Ö. dieselbe Masche nicht nur aus Aachen anwandten, sondern sie auch von Duisburg, Oberhausen und Krefeld aus wiederholten. Nach Anrufen von interessierten Kunden wurden ihnen die Pseudo-Unterlagen zugeschickt. Doch bevor der erste Flug der für Summen bis 5000 Euro gebuchten Reisen in die Karibik oder nach Südspanien anstand und der Betrug auffliegen konnte, setzten sich die Täter schnellstens ab, hinterließen ein säuberlich aufgeräumtes und gereinigtes Büro ohne jeden Fingerabdruck.

Alleine in Aachen kassierten sie durch die Verkäufe für das damalige Weihnachtsgeschäft die stattliche Summe von rund 234.000 Euro. Die Prospekte waren professionell gemacht, der gesetzlich vorgeschriebene Reisesicherungsschein wurde gefälscht.

Der Angeklagte Hakan Ö. konnte der Kammer klarmachen, dass er bei dem 159-fachen Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung nur eine kleine Nummer war. Er gab seinen Namen und seine Unterschrift für die Gewerbeanmeldung, wurde allerdings von seinen Freunden ebenso gnadenlos betrogen wie die Urlauber: Eine finanzielle Beteiligung an dem Gewerbe, die er erwartet hatte, blieb aus.
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