Feldbesitzer verhindert die neuerliche Campräumung

Von: Jörg Abels
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Der Protest der Umweltschützer geht weiter. Foto: Sarah Maria Berners

Merzenich. Am Rande des Hambacher Forstes bei Morschenich (Gemeinde Merzenich) geht der Protest von rund 20 Umweltaktivisten gegen den Braunkohleabbau im nahen Tagebau Hambach weiter. Die Nachricht von der neuerlichen Räumung des erst am Montag nahe eines Kleinflugplatzes auf einem Feld aufgeschlagenen neuen Camps geriet am Dienstag bei einsetzender Dunkelheit zur Posse und zum Streit über Grundstücksgrenzen.

Gegen 17 Uhr wollte die weiterhin federführende Polizei des Rhein-Erft-Kreises die Besetzung räumen. Der Grundstücksbesitzer habe Anzeige wegen Hausfriedensbruches gestellt, hieß es vom Einsatzleiter vor Ort. Daraufhin erhielten die knapp 20 Demonstranten ein Platzverbot. Sie mussten unter Protest ihre Zelte wieder einpacken – vorübergehend zumindest.

Denn plötzlich erschien ein Anwohner aus dem nahen Ort Kerpen-Buir und stellte sich als rechtmäßiger Grundstückseigentümer vor. Er erklärte, dass er keine Anzeige erstattet habe und die Aktivisten dulde. Dass aber offenbar ziemlich lautstark und energisch, wie die Polizei betonte. Er habe die Polizeiaktion gestört und sei deshalb vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, hieß es.

Nur einige Aktivisten

Dann erst verschafften sich die Beamten anhand vorgelegter Karten einen Überblick über die tatsächlichen Besitzverhältnisse vor Ort. Dabei stellten sie fest, dass sich nur einige Aktivisten unerlaubt auf dem Nachbarfeld eingerichtet hatten. Kurze Zeit später war der Buirer wieder auf freiem Fuß und die Aktivisten kündigten an, ihre Zelte nun komplett auf seinem Besitz aufzuschlagen.

Bevor die Beamten wieder abrückten, machte der Einsatzleiter den Aktivisten noch deutlich, dass ein auf dem Feld abgestellter alter Campingcaravan entfernt werden müsse. Er sei eine Gefahr für die Umwelt. Weitere Maßnahmen erfolgten nicht. Die Aktivisten sprachen anschließend in ihrem Internet-Blog von einem 1:0-Sieg gegen die Polizei.

Schon im Tagesverlauf hatten sie deutlich gemacht, dass sie sich dauerhaft auf dem Feld einrichten wollen und dazu aufgerufen, Baumaterial und andere Sachspenden vorbeizubringen.

Inwieweit sie mit ihrer neuerlichen Aktion gegen ordnungsbehördliche oder baurechtliche Bestimmungen verstoßen, müssen nun die zuständigen Stellen bei der Gemeinde Merzenich und beim Kreis Düren in den kommenden Tagen beurteilen. Beim Kreis als zuständiger Baubehörde hieß es Dienstag, man werde genau beo-bachten, was die Aktivisten auf dem Feld errichten und dann über das Vorgehen entscheiden.

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