Feinstaubbelastung in NRW weiter hoch: Verkehr trägt Hauptschuld

Von: dpa
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Feinstaub Messgerät
Messgeräte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz erfassen in Düsseldorf die Feinstaubbelastung auf der Corneliusstraße. Foto: dpa

Essen. Vor allem der Straßenverkehr und besonders ungünstige Wetterlagen haben im vergangenen Jahr für eine anhaltend hohe Feinstaubbelastung in Nordrhein-Westfalen gesorgt.

Während 2011 die zulässigen Grenzen an 21 Stationen überschritten wurden, war dies im Jahr zuvor lediglich an fünf Stationen der Fall. Die Mehrzahl der 2011 betroffenen Messstellen habe an stark befahrenen Straßen gelegen, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) am Freitag in Essen mit.

Die zulässige Grenze gilt als überschritten, wenn der Wert von derzeit 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft an mehr als 35 Tagen pro Jahr an einer Station nicht eingehalten werden kann. Bis Mitte vergangenen Jahres hatte dieser Grenzwert noch bei 75 Mikrogramm gelegen. Im Gegensatz zur Belastung mit Feinstaub sei es beim Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) zu einem leichten Rückgang gekommen. Die Belastung sei jedoch weiter auf einem hohen Niveau.

Für den deutlichen Anstieg der Feinstaubwerte im vergangenen Jahr seien auch besonders austauscharme Wetterlagen mit langanhaltender Trockenheit und wenig Wind im Frühjahr und im Herbst verantwortlich gewesen, sagte der zuständige Lanuv-Abteilungsleiter, Peter Bruckmann. Eine hohe Belastung mit Feinstaub gilt nach den Ergebnissen von Studien als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf- Erkrankungen.

Während die Feinstaubwerte im ganzen Land weiter auf hohem Niveau gelegen hätten, sei die Belastung in den Umweltzonen im Ruhrgebiet und in Köln im Vergleich zum Umland um sieben Prozent gesunken, sagte Bruckmann. Ohne die Umweltzonen wäre es in den betroffenen Regionen zu zehn bis 16 zusätzlichen Überschreitungstagen gekommen. Spitzenreiter bei der Feinstaubbelastung im vergangenen Jahr seien Stationen in Gelsenkirchen, Herne und Mönchengladbach gewesen.

In Jahren mit besonders ungünstigen Wetterverhältnissen reichten die eingeleiteten Maßnahmen nicht aus, um die Feinstaubgrenzwerte einzuhalten, kritisierte der Fachmann. Notwendig seien neue Verkehrskonzepte mit dem Einsatz abgasarmer Fahrzeuge, sowie eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs und ein Ausbau der Radwege. An besonders stark belasteten Straßen müsse auch über zusätzliche Einschränkungen etwa für den Lkw-Verkehr nachgedacht werden.

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