Fast 20 Millionen Euro Schaden durch Betrug

Von: dpa
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Düsseldorf. Zwei mutmaßliche Betrüger sollen eine Hamburger Vermögensberatung um fast 20 Millionen Euro gebracht haben. Gegen das Duo werde wegen Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt, sagte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, am Freitag.

Einer der Beschuldigten habe die Ermittlungen durch eine Selbstanzeige ausgelöst, „die sich wie ein Drehbuch zu einem Krimi liest”, sagte Mocken. Die Männer sollen der Vermögensberatung wertlose, nicht existierende Forderungen verkauft haben.

Am Donnerstag seien deswegen mehrere Objekte durchsucht worden. Einer der beiden Beschuldigten wurde vorläufig festgenommen und am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Er macht bislang zu den Vorwürfen keine Angaben. Der Beschuldigte ist ein „alter Bekannter” der Ermittler: Ein vorbestrafter Hochstapler, der in den 1990er Jahren als „Dr. Maximilian Jung” auch Prominente genarrt hatte und zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Weil er schwer erkrankt ist und einen Teil des Geldes zurückgab, blieb er auf freiem Fuß.

Der gelernte Gerichtsschreiber hatte schon damals einen Schuldenhaufen von knapp zwölf Millionen Mark hinterlassen. 1994 hatte sich „Dr. Maximilian Jung” eine Kanzlei als angeblicher Wirtschaftsanwalt auf der Düsseldorfer Prachtmeile Kö eingerichtet. 140.000 Mark steckte er in eine Oldtimer-Parade auf der Allee der Reichen und lernte dort den damaligen Außenminister Klaus Kinkel (FDP) kennen.

Der Hochstapler gründete die Stiftung „Kinder sind tabu” und gewann dafür auch die damalige „Miss Tagesthemen” Sabine Christiansen und TV-Star Max Schautzer. Der Außenminister übernahm die Schirmherrschaft und der Hochstapler durfte seine Stiftung sogar in der Bundespressekonferenz vorstellen. Diesmal sei der Mann unter seinem tatsächlichen Namen aktiv geworden.

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