Familienvater soll wegen Brandanschlag in Psychiatrie

Von: dapd
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Bonn. Ein 37 Jahre alter Mann aus Troisdorf soll wegen eines Brandanschlags auf einen Linienbus in Siegburg dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft Bonn klagte den Mann jetzt wegen versuchten Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln und schwerer Brandstiftung an. Allerdings soll er im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben, erklärte ein Justizsprecher am Freitag. Seit Sommer 2010 ist der 37-Jährige laut Staatsanwaltschaft an Schizophrenie erkrankt und leidet unter paranoiden Wahnvorstellungen.

Am 15. November 2010 sei der Troisdorfer mit einem Molotow-Cocktail in der Hand in den Linienbus gestiegen, der neben dem 41-jährigen Busfahrer mit rund 20 Fahrgästen besetzt war. Mit den Worten „Wer macht das denn mit dem Terror?” soll er gedroht haben den Molotow-Cocktail zu entzünden. Dabei habe er die Fahrgäste aufgefordert, den Bus zu verlassen.

Als alle Fahrgäste den Bus verlassen hatten, musste der Busfahrer laut Staatsanwaltschaft den Motor abstellen und die Türen schließen. Der Familienvater habe seine Frage wiederholt und dem Fahrer zehn Sekunden Zeit für eine Antwort gegeben.

Geistesgegenwärtig soll der 41-Jährige seinen Sitz zurückgeschoben und das Seitenfenster geöffnet haben. Als der Troisdorfer den Brandsatz zündete und auf den Boden warf, floh der Busfahrer aus dem Fenster. Auch der 37-Jährige sei auf diese Weise den Flammen entkommen.

Der Linienbus brannte fast vollständig aus und es entstand ein Sachschaden von 100.000 Euro. Noch am Tatort konnte der Mann von der Polizei festgenommen werden. Seitdem ist er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Einen damals vermuteten terroristischen Hintergrund des Brandanschlags schließt die Staatsanwaltschaft mittlerweile aus. Motiv des Beschuldigten sei vielmehr dessen persönlicher Leidensdruck durch akustische Halluzinationen gewesen. Ein Termin für den Unterbringungs-Prozess vor dem Bonner Landgericht steht noch nicht fest.
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