Familienvater ohne Grund erschossen

Von: dpa
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Eupen/Bonn. Ein Mann hat in Bonn im Februar im Abstand von drei Wochen zwei ihm völlig unbekannte Männer erschossen.

Anschließend trat er in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld eine mehrjährige Haftstrafe an, zu der er im November 2010 wegen Betrugs verurteilt worden war. Nun wird der 56-Jährige von der Staatsanwaltschaft Bonn vernommen, die gegen ihn Haftbefehl unter anderem wegen zweifachen Mordes beantragt hat.

Akribische Spurensicherung, DNA-Untersuchungen und raffinierte Ermittlungsmethoden führten auf die Spur des Verdächtigen. Der Mann habe die Taten gestanden, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Dienstag.

Opfer einer der beiden Taten wurde ein Familienvater aus der Eifel. Seine Leiche war im Februar in der Nähe der Wesertalsperre in Eupen gefunden worden.

Der 56-Jährige hatte offenbar am 2. Februar ein Matratzengeschäft in der Bonner Innenstadt mit der festen Absicht betreten, einen Raubüberfall zu begehen. Er gab vor, eine Anzahlung für einen Lattenrost zu machen, damit der 42 Jahre alte Verkäufer die Kasse öffnete.

In diesem Augenblick holte der Tatverdächtige eine Pistole mit Schalldämpfer aus der Tasche und bedrohte den Verkäufer. Als dieser die Kassenschublade schloss, schoss der Mann ihn in Brust und Kopf. Die Schüsse hätten sich gelöst, sagte der Verdächtige in der Vernehmung. Er verließ das Geschäft ohne Beute. Eine Großfahndung endete ergebnislos.

Drei Wochen später, am 22. Februar, verschwand gegen Mittag der 49 Jahre alter Familienvater aus Dernau im Ahrtal nach Verlassen seiner Arbeitsstelle in Bonn. Als der Mann am Abend noch nicht zu Hause war, gab die Ehefrau eine Vermisstenanzeige auf.

Am nächsten Tag wurde die Leiche des Mannes nahe der Talsperre in Belgien entdeckt. Der Mann war durch einen Kopfschuss getötet worden. Das Kaliber war das gleiche wie im Fall des getöteten Matratzenverkäufers. Klar war aber auch, dass der Fundort nicht der Tatort war. Die Ermittlungen ergaben, dass sich das Opfer zur Zeit der Tat im Raum Bonn aufgehalten hatte.

In seiner Vernehmung gab der Verdächtige an, er habe auf einem Waldparkplatz in Bonn mittags auf jemanden gewartet, um ihn zu überfallen. Der Familienvater war von seiner Arbeitsstelle in seinem Wagen zu dem Parkplatz gefahren, um dort - so die Ermittler - sein Mittagsbrot im Auto sitzend zu verzehren. Der Täter habe sich von hinten an den Wagen herangeschlichen und den Mann durch einen Kopfschuss getötet. Anschließend legte er die Leiche in den Kofferraum und brachte sie später zum Stausee Eupen. Das Auto stellte er dann in Siegburg ab, wo es wenige Tage später entdeckt wurde. Da hatte der Tatverdächtige aber schon die Haftstrafe angetreten, zu der er im November 2010 verurteilt worden war.

Das Motiv des Mannes ist etwas unklar. Offenbar hat er sich nach seiner Verurteilung zunächst auf die Philippinen abgesetzt und beschlossen, Raubüberfälle zu begehen. Ein Teil seiner Familie lebt auf den Philippinen.

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