Familienvater muss wegen Brandstiftung in Psychiatrie

Von: dapd
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Bonn/Siegburg. Weil er einen Brandsatz in einem Linienbus gezündet hat, wird ein 37-jähriger Mann aus Troisdorf dauerhaft in einer psychiatrische Klinik untergebracht.

Der Vorsitzende Richter am Bonner Schwurgerichts sprach am Dienstag bei der Urteilsverkündung von einer „tragischen Geschichte”. Wegen einer Psychose sei der Familienvater von zwei Kindern so krank, dass man ihn strafrechtlich nicht für die Brandstiftung zur Verantwortung ziehen könne.

Der 37-Jährige war am Abend des 15. November am Siegburger Busbahnhof mit einem Molotow-Cocktail und einem Feuerzeug in den Linienbus gestiegen. Dieser war neben dem 41-jährigen Busfahrer mit rund 20 Fahrgästen besetzt.

Mit den Worten „Wer macht das mit dem Terror?” drohte der Angeklagte, den Molotow-Cocktail zu entzünden, forderte jedoch gleichzeitig die Fahrgäste auf, den Bus zu verlassen. Der Busfahrer gab daraufhin über die Lautsprecher durch: „Steigen Sie aus!” Als der Troisdorfer den Brandsatz entzündete und auf den Boden warf, floh der Busfahrer aus dem Fenster. Auch der 37-Jährige flüchtete auf diese Weise, bevor der Bus in Flammen aufging und vollständig ausbrannte.

In der Urteilsbegründung erinnerte der Vorsitzende Richter noch einmal ausdrücklich an die gefährliche Situation für den Busfahrer. Andererseits dürfe man nicht vergessen, dass der Brandanschlag von jemanden inszeniert wurde, der dafür nichts konnte. Der 37-Jährige habe damals ununterbrochen Stimmen gehört, unter Ich-Störungen und Verfolgungswahn gelitten. Seine Versuche vor der Tat bei der Polizei und einem Arzt Hilfe zu bekommen, seien jedoch gescheitert.

Eine freiwillige stationäre Behandlung des 37-Jährigen lehnte das Gericht jedoch ab. Zuerst müsse er erfolgreich die Behandlung seiner Psychose zu Ende bringen, so der Richter. Das Urteil ist rechtskräftig, da Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf eine Revision verzichteten.
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